Baugewerbe erwartet rasche Auftragsvergabe der Kommunen und damit Stabilisierung der Konjunktur
Von Karin Birk
Betriebe stehen in den Startlöchern
Das Baugewerbe rechnet dank öffentlicher Bauinvestitionen auch in diesem Jahr mit einem leichten Umsatzplus. „Mit dem Wachstum im öffentlichen Bau können die Rückgänge im Wirtschaftsbau mehr als egalisiert werden, so dass der baugewerbliche Umsatz 2009 mit einem Zuwachs von 1,3 Prozent noch schwach über dem Niveau von 2008 liegen wird“, sagte Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB), vor dem Hintergrund der staatlichen Konjunkturpakete, die Investitionen in Milliardenhöhe in den öffentlichen Bau vorsehen.
Erleichterte Vergabe begrüßt
Der ZDB-Präsident räumte aber auch ein, dass der Großteil der zusätzlichen öffentlichen Bauinvestitionen – besonders die des kommunalen Programms – wegen der notwendigen Planungen und der Verwaltungsumsetzung erst im nächsten Jahr erfolgen werden. Für 2009 rechnet er mit zusätzlichen öffentlichen Bauinvestitionen in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro.
Loewenstein appellierte an Bund, Länder und Kommunen, die Aufträge möglichst zügig zu vergeben. „Unsere Ressourcen stehen zur Verfügung“, sagte er. Die Kapazitäten seien nicht voll ausgelastet, so dass vor allem im ersten Halbjahr mit keinen Preisaufschlägen zu rechnen sei. Loewenstein begrüßte, dass im Zuge der Konjunkturpakete die öffentliche Auftragsvergabe erleichtert worden sei. Er sprach sich allerdings für strikte Transparenz und eine Dokumentation der so vergebenen Verträge aus.
Für 2009 erwartet Loewenstein im öffentlichen Bau ein Umsatzzuwachs von 11,2 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro, nachdem die Sparte 2008 beim Umsatz um 5,3 Prozent auf 26,0 Milliarden Euro zulegte. Dagegen werde im Wirtschaftsbau im Jahresverlauf die „rezessive Wirtschaftsphase“ spürbar werden. Hier rechnet der Verband anders als im Vorjahr mit einem Rückgang des Umsatzes um 4,2 Prozent auf 32,28 Milliarden Euro. 2008 hatte der Wirtschaftsbau noch um knapp zehn Prozent zugelegt. Abnehmen wird auch der private Wohnungsbau. Hier geht Loewenstein von einem Rückgang von 1,4 Prozent auf 25,48 Milliarden aus. 2008 war die Sparte noch um 1,8 Prozent auf 25,83 Milliarden Euro gewachsen.
Ingesamt soll die Zahl der Beschäftigten wie im Vorjahr bei rund 705.000 stabil gehalten werden. 2008 hatte das Baugewerbe seinen Umsatz um sechs Prozent auf 85,51 Milliarden Euro erhöht. Allerdings beruhte das Umsatzwachstum vor allem auf Kostensteigerungen und einer erhöhten Arbeitsproduktivität, gab Loewenstein zu Bedenken. Anders als im Wirtschaftsbau sei es im Wohnungsbau nachweislich nicht gelungen, die Kostensteigerungen an den Markt weiterzugeben. Die dort vorwiegend tätigen mittelständischen Unternehmen hätten ihre betriebswirtschaftliche Situation nicht verbessern können.
