Die Autofahrer geben weniger Geld für Wartung und Reparatur aus, wünschen sich andererseits mehr Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz beim Autofahren. Diese Trends bilden nach Aussage des Zentralverbands Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe den Rahmen für den Servicemarkt der rund 39.500 Unternehmen des Kraftfahrzeugewerbes.
Servicemarkt im Kfz-Gewerbe wandelt sich
Die Folgen seien sinkende Wartungsloyalität und ein Anstieg der Schwarzarbeit. Vor allem in den Servicesegmenten drei und vier, also bei über acht Jahre alten Autos, seien die Aufträge rückläufig. Dennoch sei im laufenden Jahr, so Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Kfz-Gewerbes, ein Anstieg des Werkstattumsatzes auf rund 29 Milliarden Euro möglich.
Der Trend zu weniger Wartungs- und Reparaturaufträgen ist Teil der Veränderung des Servicemarktes der vergangenen zwei Jahrzehnte. Die Zahl der Wartungsarbeiten pro Pkw, so Koblitz, sei seit 1988 um fast ein Drittel gesunken. Der Wartungsaufwand habe sich im gleichen Zeitraum um 71 Euro pro Auftrag auf 241 Euro erhöht.
Sorge bereite in dem Zusammenhang die Zunahme von Schwarzarbeit und "do it yourself". Der Branche gingen dadurch rund sieben Millionen Aufträge verloren. Das entspricht einem geschätzten Volumen von 1,6 Milliarden Euro jährlich.
Dem drohenden Service-Vakuum müsse die Branche ein zielgruppenorientiertes Marketing entgegensetzen, so Koblitz. Die Halter älterer Fahrzeuge benötigten individuelle Serviceangebote mit saisonalen Aktionen und Festpreis-Paketen. Die am 16. September beginnende Automechanika, weltweit führende Leitmesse für den Autoservice, werde Impulse für ein von Umweltaspekten geprägtes Servicemarketing setzen.
In der nächsten Ausgabe der Deutschen Handwerks Zeitung am 8. August lesen Sie mehr über die Entwicklungen am Kfz-Servicemarkt und mögliche Strategien für Kfz-Betriebe.
fm