Mittlerweile macht die Hälfte eines Schülerjahrgangs das Abitur und studiert. Das hat verheerende Konsequenzen für das Handwerk: Viele Betriebe wollen gerne junge Menschen ausbilden, finden aber keine Bewerber. Vor allem im gewerblich-technischen Bereich werden händeringend Azubis gesucht.

Ende Juli hatten die Handwerkskammern noch 28.000 freie Lehrstellen gelistet - etwa 5.000 mehr als vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt. Das spiegelt die Situation in den Handwerksbetrieben wider: Viele wollen gerne junge Menschen ausbilden, finden aber keine Bewerber.
Dringender Bedarf im gewerblich-technischen Bereich
"Das Interesse der Betriebe an Ausbildung bleibt im Handwerk sehr hoch. Rund zwei Drittel aller Handwerksbetriebe mit Ausbildungsberechtigung bilden auch aus", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. "Gerade gewerblich-technische Ausbildungsberufe im Handwerk suchen aktuell noch dringend Auszubildende", sagte Schwannecke. Für viele praktisch begabte Jugendliche sei das Handwerk die bessere Wahl - und die Betriebe könnten Jugendlichen mit hohen Zielen individuelle Karrierepläne anbieten. Die Handwerkskammern nennen in diesem Zusammenhang Berufe wie Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima, Elektroniker, Metallbauer oder Kfz-Mechatroniker.
Schlechte Berufsorientierung in der Schule
Das Handwerk vergibt die Hälfte seiner Ausbildungsplätze an Hauptschulabgänger und Realschulabsolventen - doch deren Zahl gehe zurück und die besseren Schüler haben alle ein Ziel: Abitur. Zudem sei die Berufsorientierung in der Schule unterentwickelt, viele verbleiben zunächst in schulischen Übergangssystemen. Doch Schwannecke merkt an, dass das ein handwerklicher Beruf sehr zufrieden machen könne: Viele frustrierte Studienaussteiger würden ins Handwerk wechseln und schwärmen danach von Ausbildung und Beruf. meh