Ohne sie wäre das Leben härter: Wir würden auf Matratzen schlafen, die unseren Rücken kaputt machen oder ungemütliche Fernseh-Abende auf der Couch verbringen. Dank Polsterern bleibt uns das erspart. Ihre Ausbildung wird ab August sogar noch technischer und innovativer.
Die hohen technischen und ökologischen Anforderungen bringen für Polsterer neue Arbeitsinhalte mit sich, ebenso das große Spektrum von Möbeln mit Entspannungs- und Liegefunktionen, Massagevorrichtungen oder Anschlüssen für digitale Medien. Deshalb hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) gemeinsam mit Sozialpartnern und Praktikern die dreijährige Berufsausbildung der Polsterer aktualisiert. Sie tritt zum 1. August 2014 in Kraft.
Das Vorpolstern und Beziehen der Polstermöbel und Matratzen stellt heute die Haupttätigkeit von Polsterern und Polsterinnen dar. Dabei werden überwiegend Schaumstoffe eingesetzt. Natürliche Füllmaterialien wie Afrik findet man nur noch bei Spezialaufträgen oder beim Instandsetzen alter Polstermöbel. Handwerkliche Polsterarbeiten sind sehr zurückgegangen: Gestelle, Formteile und Zubehör werden heute in der Regel nicht mehr selbst in den Unternehmen gefertigt, sondern von Lieferanten bezogen.
Einbau vielfältiger technischer Elemente
Ein weiterer Teil der neuen Ausbildungsverordnung ist zudem der Einbau vielfältiger technischer Elemente und die Berücksichtigung von Umweltschutzaspekten. In die Ausbildung wird auch das Entwickeln und Anfertigen von Prototypen aufgenommen, um die Einsatzmöglichkeiten der Fachkräfte zu erweitern.
Polsterer arbeiten hauptsächlich in Unternehmen der Polstermöbelindustrie, zum Teil auch in der handwerklichen Polstermöbelherstellung und in Unternehmen der Raumausstattung und Matratzenherstellung.
Ausbildungszahlen gesunken
Die Ausbildungszahlen sind leicht zurückgegangen: Während 2005 etwa 330 Ausbildungsverhältnisse verzeichnet wurden, waren es 2012 nur noch 225. Da viele Beschäftigte in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen, werden dringend junge qualifizierte Fachkräfte in den Unternehmen benötigt. Somit sind die Aussichten auf eine dauerhafte Übernahme und Beschäftigung gut. meh
