In ganz Deutschland werden sich am 25. April Mädchen die Hände schmutzig machen: Dann nämlich ist "Girls Day", an dem sich junge Frauen an typische Männerberufe heranwagen können.

"Ich will Mechatronikerin werden!" So etwas Ähnliches könnte demnächst ein Mädchen zu seinen Eltern sagen, weil es am "Girls Day" teilgenommen hat, der dieses Jahr am 25. April stattfindet. Der Aktionstag wird seit 2001 jährlich veranstaltet, um Mädchen an vermeintliche Männerberufe heranzuführen. Der Grund: Die Mädchen in Deut schland sind meist sehr gut ausgebildet, ent scheiden sich aber zum Großteil für klassi sche Frauenberufe.
Dadurch schöpfen sie ihre Berufsmöglichkeiten nicht aus und Betrieben, vor allem aus dem techni schen Bereich, gehen potenzielle Fachkräfte verloren. Zum Girls Day sind daher Mädchen ab der fünften Klasse in diesem Jahr zu rund 9.200 Veranstaltungen in ganz Deut schland eingeladen, um ihnen Einblicke in die oft unbekannten techni schen und naturwissen schaftlichen Bereiche zu ermöglichen. Auch das Handwerk beteiligt sich an dem Aktionstag.
Frauenanteil erhöhen
So hat die Handwerkskammer für Schwaben 15 Mädchen aus Augsburg und Umgebung eingeladen, um im Berufsbildungszentrum in Elektroberufe hinein zu schnuppern oder zu erfahren, was Maler und Lackierer, Metallbauer oder Mechatroniker machen. Derzeit liegt der Anteil der weiblichen Auszubildenden im Handwerk in Schwaben bei 23,5 Prozent. Aktionen wie der Girls Day sollen dabei helfen, noch mehr Frauen für das Handwerk zu begeistern.
Dreißig Mädchen hat auch die Handwerkskammer Karlsruhe anlässlich des Girls Days zu sich eingeladen. In der Bildungsakademie können die Mädchen am eigenen Leib austesten, was zu Berufen wie Bäcker, Schreiner, Metallbauer oder Raumausstatter alles dazu gehört. Eine Maler und Lackiererin wird den Mädchen als "Ausbildungsbot schafterin" außerdem von ihrem Berufsalltag erzählen.
Vielfalt des Handwerks vorstellen
Die Handwerkskammer Stuttgart bekommt Besuch von Schulklassen aus der Umgebung. Hier werden allerdings auch Jungs mit dabei sein: "Im Handwerk sind alle willkommen", sagt Gerd Kistenfeger von der Handwerkskammer. Es wird Mitmachangebote geben, damit die Schüler austesten können wie es ist, mit den Händen zu arbeiten.
Kinder und Jugendliche sollen erfahren: "Was geht im Handwerk, wie fühlt sich das an, was muss man da können?", so Kistenfeger. Es gehe außerdem darum, die ganze Bandbreite des Handwerks vorzustellen, denn viele kennen nur einige wenige Berufe wie Bäcker oder Schreiner.
Daher hat die Handwerkskammer Betriebe animiert, Jugendlichen die Chance zu geben, bei ihnen reinzu schnuppern. So hat beispielsweise ein Rollladenbauer aus der Region anlässlich des Girls Days ein Mädchen eingeladen, um ihm zu zeigen, was er den ganzen Tag macht.
Die Handwerkskammer Stuttgart ist von der Aktion überzeugt. Kistenfeger: "Wir haben in den vergangenen Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht und immer positive Rückmeldung aus den Schulklassen bekommen." sch