Tipps für Azubis Nicht in die Schuldenfalle tappen

Jugendliche, die in den Beruf starten und zum ersten Mal Lohn bekommen, müssen auch den Umgang mit Geld erst lernen. Wer nicht aufpasst und auf Lockangebote hereinfällt, kann so schnell vor einem Berg Schulden stehen. Dabei helfen schon ein paar Tricks gegen Schuldenfallen.

Leere Taschen: Handy, Dispokredit und ein fehlender Versicherungsschhutz werden für Jugendliche schnell zur Schuldenfalle. - © Foto: Gina Sanders/Fotolia

Im vergangenen Jahr waren rund 216.000 Schuldner in Deutschland jünger als 20 Jahre, jeder Fünfte von ihnen hat mehr als 10.000 Euro Schulden. Das zeigt eine Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Zudem hat die Kreditauskunftei Schufa in einer aktuellen Studie festgestellt, dass Jugendliche zu wenig über Finanzen wissen. Demnach fühlt sich nur ein Drittel aller Jugendlichen gut informiert. Nur 44 Prozent der Jugendlichen gaben an, immer einen Überblick über die eigenen Ausgaben zu haben.

"Junge Menschen haben nicht immer ein gutes Gefühl für Geld", erklärt Kay Görner von der Schuldnerberatung der Verbraucherzentrale Sachsen. Umso wichtiger ist es früh zu lernen, wo mögliche Schuldenfallen lauern und wie man sie umgehen kann.

Gerade nach dem Berufsstart sollte man mit dem ersten selbst verdienten Geld nicht gleich in die Fallen tappen, die einem die Werbung mit einfachen Finanzierungsangeboten bietet. Doch wo liegen die größten Schuldenfallen? Und was können Jugendliche tun, um sie zu umgehen?

Ein Überblick zeigt die typischen Fallen und wie man sie umgeht:

"Wo bleibt mein Geld?"

Mobilfunk: Telefonieren, SMS oder E-Mails abrufen – das Handy ist die größte Kostenfalle für junge Menschen. "Viele surfen zum Beispiel stundenlang im Internet, obwohl ihr Vertrag das gar nicht erlaubt", sagt Görner. "Jugendliche wollen außerdem oft das neueste Smartphone haben." Doch die sind meist teuer. Auf diese Weise kommen rasch hohe Beträge zusammen, die nicht bezahlt werden können.

Um hierbei nicht in die Schuldenfalle zu tappen, müssen Jugendliche lernen, sich zu beschränken. "Eine Prepaid-Karte ist der beste Weg." Denn mit ihr könne jeden Monat nur ein bestimmtes Guthaben verbraucht werden. Jugendliche müssten auf diese Weise lernen, jeden Monat mit demselben Betrag auszukommen.

Seite 2: Warum Dispokredit und fehlender Versicherungsschutz teuer werden können.>>>

Dispokredit: Ein großes Problem für junge Erwachsene ist der Überziehungskredit. "Viele sind ganz begeistert davon, plötzlich so viel Geld zur Verfügung zu haben und geben es einfach aus." Doch wenn das Konto erst einmal überzogen ist, kommen die jungen Menschen nicht mehr aus dem Dispo raus, weil die Einnahmen oft nicht reichen.

Bevor es so weit kommt, sollten junge Erwachsene zu Stift und Papier greifen oder sich an den Computer setzen: "Es hilft immer, ein Haushaltsbuch zu führen", empfiehlt Görner. Die zentrale Frage, die dabei beantwortet werden sollte: "Wo bleibt mein Geld?" Nur so bekämen junge Erwachsene wirklich einen Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben.

Vorsicht Unfall

Fehlender Versicherungsschutz: Ein häufiges Problem ist Sorglosigkeit. "Junge Menschen sind oft leichtfertiger." Allerdings passiert es schnell, dass jemand einen Schaden verursacht. "Die Folge sind oft hohe Kosten, die die jungen Erwachsenen gar nicht bezahlen können." Versicherungen, die solche finanziellen Folgen abfedern, fehlen oft.

Ein Beispiel aus seiner Beratungspraxis: "Ein junger Mann hat versehentlich mit seinem Fahrrad einen Jogger umgefahren", erzählt Görner. Rund 7.000 Euro sollte er nach dem Unfall an den Geschädigten zahlen. "Doch so viel Geld hatte er natürlich nicht." Eine private Haftpflichtversicherung hätte die Kosten übernommen. dhz/dpa