Der vierte Kandidat - Balladensänger Frank Rennicke tritt für Rechtsextreme an

Als "nationaler Barde" fühlt sich Frank Rennicke zum Kämpfer für Meinungsfreiheit berufen. Wegen Liedzeilen wie "Amis, Russen, Fremdvölker raus– endlich wieder Herr im eigenen Haus!" musste er sich vor Gericht verantworten. Als Kandidat der NPD und DVU für das Amt des Bundespräsidenten will der gelernte Elektro-Installateur in der Bundesversammlung für einen "nationalen Aufbruch" sorgen.

Der vierte Kandidat - Balladensänger Frank Rennicke tritt für Rechtsextreme an

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz beschrieb Rennicke 2005 in einem Beitrag mit dem Titel "Menschenverachtung mit Unterhaltungswert" als eine "wichtige Integrationsfigur innerhalb der rechtsextremistischen Szene".

Die Inhalte der Balladen, die der Liedermacher seit mehr als 20 Jahren mit der akustischen Gitarre präsentiert, gelten als "nationalistisch und fremdenfeindlich". Mehrere Tonträger des 1964 geborenen Sängers hat die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert, darunter die Alben "Ich bin nicht modern – Ich fühle deutsch" und "Wir singen Kampf- und Soldatenlieder". Wegen seines "Heimatvertriebenen-Liedes", in dem er die Vertreibung aus dem Sudetenland kritisiert, wurde er vom Landgericht Stuttgart unter anderem wegen Volksverhetzung verurteilt. Das Bundesverfassungsgericht hob das Urteil 2008 mit Verweis auf das Grundrecht der Meinungsfreiheit weitgehend auf. Das Landgericht muss sich wieder mit dem Fall befassen.

Rennicke war nach Angaben des Verfassungsschutzes Mitglied der 1994 verbotenen 'Wiking-Jugend'. Die Vereinigung bekannte sich zu einer gewaltsamen Beseitigung der demokratischen Grundordnung und die Errichtung eines nationalsozialistischen Staates. Später schloss er sich der NPD an. Seine Lieder waren auf den propagandistischen "NPD-Schulhof-CDs" zu finden. Rennicke ist verheiratet und hat sechs Kinder.

ddp