Wir Spam-Millionäre
Gestatten, ich bin Multimillionär. Zwar lässt mein derzeitiger Kontostand diesen Schluss keineswegs zu, doch schon bald wird ein gigantischer Geldregen auf mich niedergehen. Ich werde im Geld schwimmen wie der stinkreiche Erpel Dagobert Duck in seinen Goldtalern und Fantastillionen. Solchen Reichtum verheißen nämlich die E-Mails, die ich in den letzten Tagen erhalten habe.
Da schreibt mir zum Beispiel ein Mr. Wong von einer Bank aus Hongkong. Ich kenne den Mann nicht, habe ihn aber schon in mein Herz geschlossen. Er hat fünf Millionen Dollar übrig, von einer reichen Frau ohne Erben. Ich muss ihm nur meine Kontonummer zurückmailen und dann überweist er den Zaster. Ich bin begeistert. Und dann schenkt mir noch einer, der Richard Allen heißt und Bankdirektor ist, die Summe von 17 Millionen Dollar. Der muss das Geld eines verstorbenen wohlhabenden Mediziners unter die Leute bringen. Kurze Mail an ihn zurück und schon rollt der Rubel. Zudem soll ich mir 3,5 Millionen Dollar von einer gewissen Zandy Jumeh transferieren lassen, ein Mädchen aus Liberia, dessen reicher Vormund leider tot ist. Ich muss ihr nur ein bisschen bei der Ausbildung helfen, besagt die Mail. Mache ich doch gern! Hinzu kommen weitere dicken Erben, ein Lottogewinn der „Europ%ische Internat§nal Lotterie“, mehrere Autos und so weiter. Ich muss sagen: Die Menschheit ist gar nicht so geizig, wie immer getan wird.
Ich weiß auch schon, was ich mir von dem ersten Geld kaufe: ein neues Anti-Spam-Programm.bur