Leserbriefe
Zur Berichterstattung über die Schuldenkrise der Staaten in DHZ -Ausgabe 15-16/2011 vom 12. August 2011
Wir haben die Schuldenkrise(n) in erster Linie der Unfähigkeit der jeweiligen Regierungen und der zuständigen Organe der EU zu verdanken. Es wurde und wird z.B. von mehreren EU-Ländern seit vielen Jahren sowohl gegen die 3-%-Neuverschuldung als auch gegen die 60-%-Gesamtverschuldung verstoßen, ohne dass etwas Entscheidendes dagegen getan wird. Italien und Belgien wurden seinerzeit in die EU aufgenommen, obwohl ihre Verschuldung ca. 100 % des Bruttosozialprodukts betrug. Der Grund dafür dürfte rein wirtschaftlicher Natur sein. Gerade unsere Exportwirtschaft ist daran interessiert, in möglichst viele Länder mit nur einer Währung liefern zu können.
Das wirkliche Problem liegt darin, dass Politiker oft nicht den Mut haben, Entscheidungen zu treffen, die zwar die Neuverschuldung verringern werden, aber auch den Wohlstand der Bürger. Zudem befürchten sie mit Recht, nicht mehr wieder gewählt zu werden.
Was wir in Deutschland brauchen, ist aber eine Regierung, die nicht der Versuchung erliegt, neue soziale Wohltaten zu versprechen, sondern endlich die Neuverschuldung auf null bringt. Und sie sollte sich mit dem Gedanken abfinden, nicht mehr wieder gewählt zu werden.
Udo Brozowski, Brozowski Bürotechnik, Weilheim