Deutsche Arbeitnehmer müssen fast 50 Prozent ihres Einkommens abgeben. Im internationalen Vergleich gibt es nur ein Land mit noch höheren Steuern und Sozialabgaben. Die wichtigsten Ergebnisse der OECD-Studie im Überblick.

Deutsche Arbeitnehmer müssen besonders viele Steuern und Sozialabgaben zahlen. Im internationalen Vergleich muss nur ein alleinstehender Durchschnittsverdiener in Belgien mehr Abgaben leisten. Zu diesen Ergebnissen kommt eine aktuelle Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Steuern und Sozialabgaben: OECD-Durchschnitt liegt bei 36 Prozent
Aber egal, ob verheiratet oder mit Familie, auch bei allen anderen untersuchten Haushaltstypen liegt die Belastung in Deutschland über dem OECD-Durchschnitt. Als Grund nennen die Herausgeber der Studie die vergleichsweise hohen Sozialabgaben. Berücksichtig werden dabei die Beiträge, die von Arbeitnehmern und Arbeitgebern getragen werden.
Im OECD-Schnitt lag die Steuer- und Abgabenlast für alleinstehende Durchschnittsverdiener 2016 bei 36 Prozent, in Deutschland bei 49,4 Prozent.
Belastung der Arbeitseinkommen im OECD-Vergleich
| Land | Anteil der Abgabenlast in Prozent |
| Belgien | 54 |
| Deutschland | 49,5 |
| Schweden | 42,8 |
| OECD-Durchschnitt | 36 |
| USA | 31,7 |
| Australien | 28,6 |
| Korea | 22,2 |
| Mexiko | 20,1 |
| Neuseeland | 17,9 |
| Chile | 7 |
"Die Belastung der Arbeitseinkommen durch Steuern und Sozialabgaben ist im OECD-Raum erneut leicht gesunken. Allerdings ist dieser Trend vor allem das Resultat von Reformanstrengungen in einigen wenigen Ländern", sagte Pascal Saint-Amans, OECD-Direktor für Steuerpolitik und Steuerverwaltung. "Steuersenkungen können vor allem im Bereich der kleinen und mittleren Einkommen Arbeitsanreize schaffen und sind so ein wichtiger Motor für ein inklusives Wachstum."
Wie die Studie ebenfalls untersucht hat, werden in fast allen OECD-Ländern Familien mit Kindern steuerlich gefördert. So auch in Deutschland. Familien mit nur einem Erwerbstätigen werden mit dem Ehegattensplitting und beitragsfreier Mitversicherung von nicht-erwerbstätigen Ehepartnern besonders gefördert. jb