Die Wohnungspreise kennen weiterhin nur eine Entwicklung: nach oben. Sie steigen mittlerweile sogar stärker als die Einkommen. Es gibt jedoch große Unterschiede je nach Wohnort. Wo sich der Wohnungskauf im Verhältnis zum Einkommen am meisten lohnt.

Die Kluft klafft zwischen Stadt und Land. Müssen in München die Interessenten für eine 100-Quadratmeter-Wohnung derzeit etwa 21 durchschnittliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen auf den Tisch legen, so sind es im Landkreis Osterode am Harz nur 2,8. Zwar ist die Lohnentwicklung in Deutschland steigend, doch diese Entwicklung gehen auch die Wohnungspreise – und das noch stärker als die Einkommen. Dies zeigt die Postbank Studie Wohnatlas 2017, die die Immobilienmärkte bundesweit unter die Lupe nimmt.
Städte- und Regionenranking: Wo Wohnungen am meisten kosten
So haben die Statistiker der Postbank 402 Landkreise und kreisfreie Städte analysiert und dabei die Entwicklung der Kaufpreise für Wohneigentum in Relation zur regionalen Einkommensentwicklung gesetzt. Herausgekommen ist dabei folgendes Ranking. Mit einer Überraschung: Denn noch mehr als in der Stadt München, die schon lange als teuerster Wohnort Deutschlands gilt, müssen Wohnungskäufer im Landkreis Nordfriesland bezahlen. Dort muss man im Schnitt mehr als 23 regionale Pro-Kopf-Jahreseinkommen für 100 Quadratmeter Wohnfläche ausgeben. Schuld daran sind die exklusiven Ferienwohnungen, besonders auf Sylt, die die Preise nach oben treiben.
Besonders hoch ist die Relation zu den Einkommen auch in Freiburg im Breisgau (18,1), im Landkreis Miesbach (17,6), in Hamburg (15,9) und Berlin (15,8). Besonders günstig dagegen neben dem Landkreis Osterode am Harz: der Vogtlandkreis (3,1), Wunsiedel im Fichtelgebirge (3,3) und der Kyffhäuserkreis (3,3). Bei den Städten liegen Zwickau und Goslar mit 3,6 am unteren Ende der Preisskala.
Preise für 100 Quadratmeter Wohneigentum in Anzahl regionaler Jahreseinkommen pro Kopf
| Rang | Stadt / Kreis | Jahreseinkommen für 100 qm |
|---|---|---|
| 1. | Landkreis Nordfriesland | 23,3 |
| 2. | München | 21,0 |
| 3. | Freiburg im Breisgau | 18,1 |
| 4. | Landkreis Miesbach | 17,6 |
| 5. | Hamburg | 15,9 |
| 6. | Berlin | 15,8 |
| 7. | Landkreis Aurich | 15,8 |
| 8. | Frankfurt am Main | 15,7 |
| 9. | Landkreis Starnberg | 15,5 |
| 10. | Landkreis München | 15,4 |
| ... | ||
| 393. | Gera | 3,8 |
| 394. | Salzlandkreis | 3,8 |
| 395. | Landkreis Holzminden | 3,7 |
| 396. | Landkreis Jerichower Land | 3,6 |
| 397. | Landkreis Goslar | 3,6 |
| 398. | Landkreis Zwickau | 3,6 |
| 399. | Landkreis Kyffhäuserkreis | 3,3 |
| 400. | Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge | 3,3 |
| 401. | Landkreis Vogtlandkreis | 3,1 |
| 402. | Landkreis Osterode am Harz* | 2,8 |
Quellen: Empirica (2017), MB Research (2016), Berechnungen HWWI
Die Gründe für diese Entwicklung sieht die Postbank vor allem in der anhaltenden Niedrigzinsphase. Festverzinsliche Geldanlagen seien vielfach unattraktiv geworden, Anleger würden deshalb verstärkt auf das sogenannte Betongold setzen. Dazu kommt: Die niedrigen Zinsen erleichtern die Immobilien-Finanzierung. Zudem ist die Nachfrage hoch. Laut Postbank ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. dhz