Hans Peter Wollseifer bleibt Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Die Delegierten des Deutschen Handwerkstags gaben ihm am Donnerstag mit großer Mehrheit ihre Stimme.
Frank Muck

Mit 97 Prozent der Stimmen wurde Hans Peter Wollseifer im Amt bestätigt. Nur drei von 105 Wahlberechtigten stimmten gegen ihn. Wollseifer hatte auf geheime Wahl bestanden und dankte für das sehr große Vertrauen, das ihm mit der Abstimmung entgegengebracht wurde. Einen Gegenkandidaten gab es diesmal nicht.
Wollseifer ist seit 2014 Präsident des ZDH. Seine zweite Legislatur will er nutzen, um weiterhin für den Meisterbrief und die Ausbildung im Handwerk zu werben.
Nach seiner Wahl skizzierte Wollseifer die Aufgaben der Politik, die jetzt im Sinne des Handwerks zu lösen seien. Von der Politik forderte er Erleichterungen für die Betriebe, vor allem was Bürokratie und Steuerbelastung angeht. Eine Herzensangelegenheit ist für den ZDH-Präsidenten die Berufsbildung, die er unbedingt in seiner zweiten Amtszeit stärken will. Teil der Initiative ist das Berufsabitur, das ab kommenden Jahr an Pilotschulen in sechs Bundesländern getestet werden soll. Welche Länder das sein werden, steht noch nicht fest.
Beim Berufsabitur haben Jugendliche die Möglichkeit, gleichzeitig während einer vollwertigen Ausbildung das Abitur zu machen. Danach können sie sich für den akademischen oder den beruflichen Weg entscheiden.
"Integration bleibt Herkulesaufgabe"
Die Integration von Flüchtlingen nannte Wollseifer eine Herkulesaufgabe. Trotzdem gab er sich überzeugt, dass das Handwerk seiner Integrationsaufgabe gerecht werde. Hindernisse sieht er noch in der lahmenden Vermittlung von Flüchtlingen und den fehlenden Sprachkursen, die eine Ausbildung erst ermöglichen.
Von der Regierung erwartet Wollseifer, dass sie nicht mehr nur an soziale Wohltaten denkt, sondern vor allem an Investitionen in die Infrastruktur, besonders Breitband und Verkehr. Wollseifer hob noch einmal die Bedeutung der Schul- und Berufsbildung hervor. Gerade hier seien weitere Investitionen nötig, um jungen Menschen eine Perspektive zu bieten. Wollseifer: "Wenn die jungen Menschen gute Jobs haben und gut verdienen, dann sind sie auch nicht die Opfer, die Schlechtrednern und Miesmachern in die Arme laufen."