Elektromobilität vorantreiben Grüne: Ab 2030 keine Benzin- und Dieselautos mehr zulassen

Um die Energiewende zu retten, muss die Verkehrswende schnellstmöglich eingeleitet werden. Die Zukunft heißt Elektromobilität. Benzin- und Dieselmotoren sind Auslaufmodelle, so sagen es zumindest die Grünen. Die Partei fordert, dass ab 2030 keine Benzin- und Dieselautos mehr zugelassen werden sollen, um die Elektromobilität voran zu bringen.

Die Grünen fordern, dass ab 2030 keine neuen Benzin- und Dieselfahrzeuge mehr zugelassen werden sollen. Damit soll die Elektromobilität vorangetrieben werden. - © Foto: Jan Woitas/dpa

Die Grünen wollen die Elektromobilität voranbringen und fordern deshalb, dass ab dem Jahr 2030 keine Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr in Deutschland neu zugelassen werden dürfen. Einen entsprechenden Antrag gibt es für den Grünen-Bundesparteitag im November in Münster. "Immer mehr Autos weltweit sind eine der größten Bedrohungen für das Klima und für die menschliche Gesundheit", heißt es in dem Papier.  

Deutsche Autobauer hinken bei Elektromobilität hinterher

Diese notwendige "Verkehrswende" sei auch im Interesse der Automobilindustrie, betonen die Grünen. "Die Automobilwirtschaft hat nur dann eine Zukunft, wenn sie Fahrzeuge entwickelt, die sauber und leise sind und kein CO2 mehr verursachen."

Die deutschen Autohersteller hätten sich mit dem Festhalten am Verbrennungsmotor in eine Sackgasse manövriert und Autobauer aus China, Japan und den USA großen Vorsprung bei der Herstellung von Elektroautos, so die Grünen. Der Skandal um gefälschte Diesel-Abgaswerte müsse ein "Weckruf" für die Industrie sein, schneller auf die Elektromobilität umzuschalten.

"Der Ökostromausbau wird gedrosselt"

"Seit Dieselgate und Klimaabkommen in Paris ist klar: Der Verbrennungsmotor ist ein Auslaufmodell. Der Umstieg auf klimafreundliche Elektromobilität, angetrieben durch erneuerbare Energien, ist überfällig", sagt Grünen-Parteichefin Simone Peter.

Peter wirft der großen Koalition vor, den Klimaschutz zu torpedieren. "Der Ökostromausbau werde brachial gedrosselt, während energieintensive Unternehmen und die Kohleindustrie gefördert würden." Um die Klimaziele von Paris zu erreichen, sei viel mehr Ökostrom als bisher notwendig.

In dem Antrag für den Parteitag heißt es weiter, die Energiewendein Deutschland dürfe nicht auf halbem Weg stehenbleiben. Nach der Bundestagswahl 2017 müsse ein neues Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Klimaschutz voranbringen. Die Deckelung für Windstrom, Solarstrom und Biomasse müssten aufgehoben werden. Der Kohleausstieg müsse innerhalb der nächsten 20 Jahre vollzogen werden.

Grüne: Grundlegende Erneuerung der Verkehrspolitik notwendig

Notwendig seien eine grundlegende Erneuerung der Verkehrspolitik und eine Verlagerung des Güterverkehrs und des Luftverkehrs auf die Schiene. Die LKW-Maut müsse auf das gesamte Straßennetz und auf Fernbusse ausgeweitet werden. Der Schienenverkehr sei das Rückgrat eines modernen Mobilitätssystems. Deshalb sei es ein Skandal, dass die Bundesregierung über Jahre den Verfall der Schieneninfrastruktur zugelassen habe. dpa/dhz