Handwerksbetrieb verlieren durch den schlechten Zustand der deutschen Straßen jede Woche viele Stunden. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des ZDH. Mehr als ein Drittel der Betriebe sieht den Zustand der Straßen als sehr schlecht an. Investitionen wie der kürzlich beschlossene "Verkehrswegeplan 2030" sind also dringend notwendig.

In den letzten Jahren hat sich die verkehrspolitische Diskussion zunehm end verstärkt. Erst vor kurzem hat die Regierung den Bundesverkehrswegeplan beschlossen. Bis 2030 will der Bund rund 270 Milliarden Euro in die Sanierung der Straßen, Schienen und Wasserwege investieren.
ZDH befragt rund 6.000 Handwerksbetriebe
Wie wichtig diese Investitionen sind, zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Der ZDH hat rund 6.000 Handwerksbetriebe zum Zustand der Straßeninfrastruktur befragt. Auffällig dabei: Knapp 30 Prozent der Betriebe bewertet den Zustand der Straßen in Deutschland als mangelhaft oder gerade noch ausreich end.
So bewertet das Handwerk den Zustand der deutschen Straßen
| Zustand | Angaben der befragten Handwerksbetriebe (in Prozent) |
|---|---|
| sehr gut | 2,2 |
| gut | 25,2 |
| befriedig end | 35,7 |
| ausreich end | 14,8 |
| mangelhaft | 14,5 |
| keine Antwort | 7,6 |
Außerdem beklagen 42 Prozent eine Verschlechterung der Lage auf Deutschlands Straßen innerhalb der letzten zehn Jahre. Verantwortlich dafür ist nach ihrer Meinung ein Investitionsstau bei Bund, Ländern und Kommunen. Im Gegenzug sehen aber auch rund 21 Prozent der Firmen eine Verbesserung der Straßeninfrastruktur. Zu welcher Meinung ein Handwerksbetrieb bei der Frage, ob sich die Straßen verbessert oder verschlechtert hätten kommt, hängt auch damit zusammen, welche Wege die Mitarbeiter des Betriebs häufig nutzen. Denn beispielsweise fahren lediglich 12 Prozent hauptsächlich auf Autobahnen.
Welche Straßen nutzen Handwerksbetriebe hauptsächlich
| Straße | Angaben der befragten Handwerksbetriebe (in Prozent) |
|---|---|
| Autobahn | 12,5 |
| Bundesstraße | 18,0 |
| Landstraße | 28,2 |
| innerörtliche Straßen (inkl. innerörtliche Autobahnen) | 30,4 |
| keine Antwort | 10,9 |
Handwerksbetriebe verlieren fast acht Stunden auf der Straße
Wie wichtig künftige Investitionen (Bundesverkehrswegeplan 2030) in die Verkehrsinfrastruktur sind, zeigt sich beim wöchentlichen Zeitverlust für Unternehmen auf der Straße. Die Umfrage zeigt: Ungenüg end instand gehaltene oder nicht ausreich end dimensionierte Straßen haben negative Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb. Rund 34 Prozent der Firmen gaben dies an. Durch Beeinträchtigungen bei der Anfahrt entsteht ein wöchentlicher Zeitverlust von knapp 7,5 Stunden.
- Baustellen - 48,6 Prozent*
- schlechter Fahrbahnbelag - 33,2 Prozent
- Parkplatzsuche - 29,1 Prozent
- Umleitungen wegen Sperrung von Straßen und Brücken - 26,5 Prozent
- generelle Überlastung der Straßen - 26,5 Prozent
40 Prozent lehnen Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) ab
Kritisch sehen die Handwerker den verstärkten Einsatz von Öffentlich-Privaten Partnerschaften (ÖPP) zur Finanzierung und Umsetzung von Neubau oder Sanierung der Infrastruktur. 40 Prozent der Betriebe lehnen ÖPP ab. ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer: "Wir dürfen nicht aus reiner Not neue Projekte in Öffentlich-Privater-Partnerschaft anstoßen – einfach nur, weil es an Kapazitäten für eine Ausschreibung mangelt. Zumal bei ÖPP-Projekten die Gefahr besteht, dass der Mittelstand von Aufträgen weitgeh end ausgeschlossen wird." end
Hier gibt’s die ausführliche Umfrage zur Verkehrsinfrastruktur.