Immer weniger Menschen zieht es in die Selbstständigkeit. 2015 wurden deutlich weniger Kleinunternehmen angemeldet. Dabei braucht die deutsche Wirtschaft die Firmengründer unbedingt.

In Deutschland wagen wieder weniger Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit. Die Zahl neugegründeter Kleinunternehmen ging um 5,4 Prozent zurück und liegt aktuell bei 156.000 Neuanmeldungen. Laut Statistischem Bundesamt, das die Gewerbeanzeigen von Januar bis September 2015 ausgewertet hat, sank die Zahl neu angemeldeter Gewerbe auf 545.000– 1,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Bestehende Unternehmen bleiben auf dem Markt
Anders zeigt sich das Bild bei den Großunternehmen: Mit einem leichten Plus von 1,1 Prozent wurden 95.000 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung angemeldet . Zeitgleich sind mehr Unternehmen auf dem Markt geblieben: Bei den Kleinunternehmer gingen die Abmeldungen um knapp neun Prozent zurück, auf alle Gewerbe bezogen gab es 3,4 Prozent weniger Abmeldungen.
Die Wirtschaft braucht Firmengründer
Aus Sicht der staatlichen Förderbank KfW sind Firmengründungen wichtig für eine Volkswirtschaft: "Denn Gründer fordern etablierte Unternehmen ständig aufs Neue heraus und halten diese so unter permanentem Effizienz- und Innovationsdruck." Darüber hinaus schafften Gründer Arbeitsplätze. sd/dpa
Unternehmenspleiten in Europa 2014/2015
- Wie hoch sind die Eigenkapitalquoten in den Ländern?
- Europaweit liegt die größte Eigenkapitalquote in Großbritannien mit 47,7 Prozent. Schlusslicht bilden die GIIPS-Staaten mit einem Wert von 27,4: Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien setzten auf mehr Fremdkapital.
- Welche Branchen melden Insolvenz an?
- In Westeuropa ist der Sektor Dienstleistungen mit dem größten Anteil am Insolvenzgeschehen beteiligt. Kurz danach folgen Handel, Bau mit 20 Prozent und abschließende das verarbeitende Gewerbe mit knapp zehn Prozent. Insgesamt 180.000 Unternehmen meldeten 2014 Insolvenz an.
- In welchen Ländern gehen die meisten Unternehmen pleite?
- Die Liste führen die GIIPS-Staaten mit Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien an. Nach dem Höhepunkt 2013 zur Eurokrise sank der Wert leicht auf den Index 330 – wobei ein Wert von 100 als Vergleichspunkt die Insolvenzzahlen von 2007 bedeutet. Mit einem großen Abstand dazu liegt der Score in Deutschland niedrig bei circa 70. Insgesamt gehen die Unternehmensinsolvenzen seit 2013 wieder zurück.
- Was hat sich Westeuropa getan?
- Zwischen 2013 und 2014 sind die Unternehmensinsolvenzen in fast allen westeuropäischen Ländern zurückgegangen. Bis auf zwei Ausnahmen: Italien mit einem Anstieg von knapp 13 Prozent – und Norwegen.
(Quelle: Creditreform 2015 )