Der Ausbau der Elektromobilität lief bisher langsamer als erwartet. Ihr Ziel von einer Million E-Autos bis 2020 will die Regierung dennoch nicht aufgeben - dafür aber etwas nachhelfen.
Karin Birk

Angesichts der relativ wenigen Zulassungen von E-Autos in den vergangen Jahren in Deutschland hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) neue finanzielle Anreize für den Kauf von Elektroautos in Aussicht gestellt. Deutschland werde um eine "weitergehende Förderung nicht herumkommen", sagte sie bei der Nationalen Konferenz Elektromobilität in Berlin. Dies zeige nicht zuletzt der Vergleich mit anderen Ländern. Die Bundesregierung werde alle Förderinstrumente noch einmal prüfen. "Man erwartetet von uns noch in diesem Jahr eine Antwort, und wir werden uns Mühe geben", fasste sie die Botschaft zusammen, die sie von der Konferenz mitnehme. Merkle fügte aber auch hinzu, dass steuerliche Maßnahmen immer auch die Zustimmung der Länder erforderten. Im Gespräch sind derzeit Sonderabschreibungen für E-Autos und Dienstflotten.
36.000 E-Autos angemeldet
Wie der Verband der Automobilindustrie mitteilte, wurden von Januar 2009 bis Mai 2015 insgesamt rund 36.000 zugelassen. Gleichwohl will Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt die Zielmarke von einer Million E-Autos bis 2020 in Deutschland nicht aufgeben. "Natürlich sind das ambitionierte Ziele", bekräftigte Dobrindt die Zielsetzung. Aber wer unambitioniert an die Arbeit ginge, werde auch kaum erfolgreich sein können. Deutschland wolle Leitanbieter und Leitmarkt sein. "Ich glaube übrigens, dass wir dieses Ziel erreichen können", ergänzte er.
Angesichts der bisherigen Zulassungszahlen äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) etwas vorsichtiger als sein Kabinettskollege. Allerdings will auch er die gesteckten Ziele nicht reduzieren. Man müsse sich aber etwas einfallen lassen, um sie zumindest annähernd zu erreichen. Und das werde anstrengend. Bisher liege Deutschland im internationalen Vergleich der Leitmärkte im Mittelfeld.
Netz an Wasserstofftankstellen soll ausgebaut werden
Nachholbedarf sehen die Minister vor allem bei der Infrastruktur für Ladesäulen, der Ladedauer und der Reichweite der E-Autos. In den Jahren 2016 bis 2018 sollen deshalb 161 Millionen Euro in die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie fließen, wie das Verkehrsministerium einen Bericht der "Welt" bestätigte. So soll das Netz an Wasserstofftankstellen in den kommenden Jahren ausgebaut werden. Außerdem sollen bis 2017 an den Autobahnen 400 Elektroladestellen entstehen. mit Inhalten von Dpa