Jahresmittelstandsbericht Jahresmittelstandsbericht: Wenig Hilfe für Gründer

Der neue Jahresmittelstandsbericht legt den Finger in die Wunde: Die Verbände fordern von der Politik, mehr für Existenzgründer zu tun. Sonst leidert der Mittelstand von morgen unter den Versäumnissen von heute.

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Für eine mittelstandsgerechte Neuregelung der Erbschaftsteuer und bessere Investitionensbedingungen sprechen sich die zehn Verbände der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand in ihrem Jahresmittelstandsbericht 2015 aus.

Dazu zählen die Fachkräftesicherung, eine rechtsform- und finanzierungsneutrale Besteuerung, der Abbau unnötiger Bürokratie und eine verlässliche Energiepolitik. Zudem benötige der Mittelstand mehr Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, sowohl im Verkehr als auch bei im digitalen Bereich.

Ein Schwerpunkt des Berichts liegt auf dem Unternehmer- und Gründertum in Deutschland. Die AG Mittelstand fordert mehr politische und gesellschaftliche Wertschätzung für Entrepreneure und Selbstständige. Die Bundesregierung hatte sich in ihrem Koalitionsvertrag zu einer „Neuen Gründerzeit“ bekannt.

Mehr Einsatz für Existenzgründer

Doch Gründer müssten nach Ansicht der Verbände stärker gefördert werden, etwa über Erleichterungen für Wagniskapitalgeber oder Verbesserungen bei der Unternehmensnachfolge. Allein im produzierenden Gewerbe stehe bis zum Jahr 2018 bei fast 33.000 Unternehmen die Übergabe an, besagt der Mittelstandsbericht.
Unternehmer fehlen aber auch aufgrund des demografischen Wandels. Die Altersgruppe der 25- bis 45-Jährigen, aus der die meisten Gründer kommen, wird immer kleiner. Im Jahr 2050 fehlen eine Million Unternehmer. „Die schrumpfende Gründungsdynamik gefährdet die wirtschaftliche Leistungskraft Deutschlands“, schreiben die Verbände. Zudem müssten die Chancen zur Integration und Zuwanderung voll ausgeschöpft werden.

Unter dem Titel „Unternehmertum stärken – Wohlstand sichern“ veröffentlicht die AG Mittelstand ihren Jahresmittelstandsbericht bereits im 13. Jahr. Zu den Mitgliedern der AG zählt auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks.

Einen Link zum Bericht finden Sie hier: http://www.arbeitsgemeinschaft-mittelstand.de/content/Berichte/JMB-2015.pdf