Wohnungssituation in Deutschland Neues Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen

Wohnungen in Deutschland sind knapp und teuer – vor allem in den Großstädten. Das soll sich mit dem Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen ändern. Die Herausforderungen haben es in sich.

Der Neubaubedarf an Wohnungen beträgt 250.000 pro Jahr. Das neue Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen möchte das Ziel künftig erreichen. - © Foto: Kara/fotolia

Bundesumwelt- und Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) hat das Bündnis für bezahlbares Bauen und Wohnen ins Leben gerufen. Gemeinsam mit Vertreten von Bund, Ländern, Kommunen und Verbänden möchte Hendricks geeignete Maßnahmen zur Bewältigung der wohnungspolitischen Herausforderungen finden.  Diese liegen derzeit in den Ballungsräumen aber auch in den Universitätsstädten. Auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gehört zu den Bündnispartnern.

Notwendigkeit von 250.000 Wohnungen pro Jahr

Hendricks sieht in Deutschland aufgrund des Zuzugs in die Großstädte einen jährlichen Neubaubedarf von 250.000 Wohnungen .  Manche Experten sprechen von 300.000 Wohnungen. "Es gibt eine erhebliche Binnenwanderung in Deutschland", so Hendricks, zugleich auch viel Leerstand in bestimmten Regionen. Daher hat es sich das Bündnis zur Aufgabe gemacht, die Bautätigkeit in den Ballungsräumen zu stärken.

"Wir sehen unsere gemeinsame Verantwortung dafür, dass die Bautätigkeit in den Ballungsräumen gestärkt wird. Da liegt unser gemeinsames Interesse" so Hendricks.

Unter anderem sollen künftig Baunormen und gesetzliche Vorhaben überprüft werden. Wichtig sei auch, dass die Kommunen mehr Bauland zur Verfügung stellen, da diese meist Grundstücksbesitzer sind. "Hier ist eine Aufgabe der Kommunen zu sehen. Aber wir sind uns einig, dass wir diese Aufgabe gemeinsam angehen wollen", sagt Hendricks.

Einrichtung der Baukostensenkungs-Kommission

Darüber hinaus will das Bündnis Strategien entwickeln, um den steigenden Wohnungsbedarf in den Ballungszentren zu decken und gleichzeitig soziale, demografische und energetische Anforderungen zu berücksichtigen. Dazu soll laut Ministerium eine zusätzliche Baukostensenkungs-Kommission eingerichtet werden.

Das Bündnis möchte künftig neben dem Neubau von Wohnungen auch die Belebung des sozialen Wohnungsbaus angehen. Darüber hinaus sollen Fragen nach bezahlbaren Mieten sowie Energieeffizienz und Klimaschutz im Gebäudestand im Vordergrund stehen. Nicht zuletzt sieht das Bündnis seine Aufgabe mit Blick auf nachhaltiges und kostengünstiges Planen und Bauen.

Für Herbst 2015 ist ein nationaler Kongress geplant, bei dem eine erste Zwischenbilanz aller Bündnispartner gezogen werden soll. dhz