Berufsbildungsbericht 2014 Ausbildungszahl erreicht historisches Tief

Die Zahl der Ausbildungsverträge in Deutschland hat den niedrigsten Stand seit 1976 erreicht. Betrieben fällt es zunehmend schwer, ihre Lehrstellen zu besetzen. Das zeigt der neue Berufsbildungsbericht, der vom Bundeskabinett beschlossen wurde.

Grund zur Sorge: Betriebe und Azubis finden oft nicht zusammen. - © Foto: paulmz/Fotolia.com

Das betriebliche Angebot an Ausbildungsplätzen und die Nachfrage der Jugendlichen zusammenzubringen, wird immer schwieriger, wie der heute in Berlin vorgestellte Berufsbildungsbericht 2014 zeigt. Viele potenzielle Fachkräfte fürs Handwerk entscheiden sich für eine Ausbildung an den expandierenden Hochschulen.

Im Vorjahresvergleich sank die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Jahr 2013 in sgesamt auf 530.700 (-20.500 bzw. -3,7 Prozent verglichen mit 2012). Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsverträge sank um 16.300 (-3,1 Prozent) auf 509.000. Die Zahl der außerbetrieblichen Ausbildungsverträge ging um 4.200 (-16,3 Prozent) auf 21.700 zurück.

Zugleich haben Unternehmen zunehmend Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Ein Indiz ist der neue Höchststand der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten unbesetzten Berufsausbildungsstellen (2013: 33.500).

Weniger Betriebe bilden aus

Bei den unversorgten Bewerbern registrierte die BA einen deutlichen Anstieg um mehr als 5.400 auf 21.000. Die Zahl der Bewerber, die eine Alternative zu einer Ausbildung begonnen hat (zum Beispiel berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, Praktikum, Einstiegsqualifikation), aber unabhängig davon weiterhin nach einer Ausbildungsstelle sucht und eine entsprechende Vermittlung durch die BA wünscht, ist ebenfalls angestiegen (um +2.200 auf 62.500). Die Zahl der Ausbildungsbetriebe ist zurückgegangen. 2012 betrug die Ausbildungsbetriebsquote nur noch 21,3 Prozent (2011: 21,7 Prozent). Der Rückgang ist dabei fast ausschließlich auf kleine Betriebe zurückzuführen.

Bundesbildungsministerin Wanka appellierte an die Betriebe, ihren Einsatz für Fachkräfte zu verstärken. Angesicht der demografischen Entwicklung sollten Betriebe auch jungen Menschen eine Chance geben, denen der Einstieg etwas schwerer fällt. Gleichzeitig stellte Wanka den Wert der dualen Berufsausbildung heraus. "Die berufliche Aus- und Weiterbildung ist ein Flaggschiff unseres Bildungssystems. Sie bietet Jugendlichen persönliche Lebenschancen und ist die Basis für unsere wirtschaftliche Stärke", so Wanka.

Alle Ergebnisse des Berufsbildungsberichts stehen auf der Webseite des Bundesbildungsministeriums zur Verfügung. Der Datenreport ist unter bibb.de abrufbar. sg