Während die Konjunktur im Handwerk brummt, fehlen dem Handwerk immer noch steuerliche Anreize für die energetische Gebäudesanierung. ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke forderte im Vorfeld der Internationalen Handwerksmesse, das Thema Effizienz in der Energiewende voranzutreiben. Und auch die Sozialpolitik der Bundesregierung und die Beschlüsse zum Mindestlohn machen dem Handwerk Sorgen.
Daniela Lorenz

Die Energiewende bleibt auch weiterhin ein großes Thema für das Handwerk. In der Diskussion fehlt Holger Schwannecke jedoch eine wichtige Säule, die der Effizienz. "Die Energiewende muss auch zu einer Effizienzwende werden", forderte er in München. Die Kosten des EEG dürften nicht weiter ansteigen. Da 40 Prozent der Kosten für Energie in Gebäuden steckten, habe man hier große Chancen im Bereich der Energieeffizienz.
Er verwies darauf, dass im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, einen Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz aufzusetzen. Dieser müsse steuerliche Anreize für die energetische Gebäudesanierung enthalten, sonst "wird ein Aktionsplan Energieeffizienz auch nicht viel taugen", sagte Schwannecke. "Bei der energetischen Gebäudesanierung müssen wir steuerliche Anreize setzen", stimmt Heinrich Traublinger, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern zu. Eine Förderung durch günstige KfW-Darlehen genüge bei Weitem nicht aus.
Falsches Signal beim Mindestlohn
Rund eine Woche vor dem Spitzengespräch der deutschen Wirtschaft mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (14. März) auf der Internationalen Handwerksmesse sagte Schwannecke, man dürfe beim Mindestlohn kein falsches Signal setzen. Kein Jugendlicher dürfe denken, er könne auf eine Ausbildung verzichten, weil er für eine Hilfstätigkeit 8,50 Stundenlohn bekomme und der Ausbildungslohn ja überdies niedriger sei. In eine ebenso falsche Richtung ziele die Rente mit 63: "Wir brauchen die qualifizierten, älteren Mitarbeiter in den Betrieben."
Im Hinblick auf die Europawahl lehnte Schwannecke es ab, dass Ausbildunginhalte "europäisch" geregelt werden: "Dann könnten wir uns von unseren hohen Standards verabschieden". Die Europäische Union hinterfrage gerade die Qualifizierungs- und Ausbildungsstrukturen verschiedener Berufe. Hier dürfe an die deutschen Strukturen keine Hand angelegt werden. „Mehr Qualifizierung und nicht weniger“ müsse das Motto lauten.
Mit der Konjunktur im Handwerk zeigten sich sowohl Schwannecke als auch Traublinger zufrieden. "Die Stimmung im Handwerk ist gut", sagte Schwannecke. Die Wirtschaft habe im letzten halben Jahr Schwung aufgenommen und mitgenommen ins neue Jahr: "Die Aussichten sind heiter".
Schuhe aus Lachsleder
Die Internationale Handwerksmesse findet vom 12. bis 18. März 2014 statt. Etwa 1.000 Aussteller werden sich dann in München präsentieren, sagte Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM Gesellschaft für Handwerksmessen. Bei der Sonderausstellung "Land des Handwerks" zeigt das Schuhhaus Koppitz Maßschuheaus Seewolf- oder Lachsleder. Neumeyer Luxury Design hat einen vergoldeten Tisch-Kicker der Firma Lettner dabei im Wert von rund 20.000 Euro. Und Janosch Vecernjes zeigt nur Unikate. "Wir versuchen, das best mögliche Gebrauchsmesser herzustellen“, sagte er. In seinen Messern steckt stundenlange Handarbeit.
Was es auf der Internationalen Handwerksmesse noch alles zu sehen gibt >>