Jahreswirtschaftsbericht 2014 Regierung erhöht Wachstumsprognose

Nach Ansicht der Bundesregierung steuert Deutschland dank eines kräftigen Wirtschaftsaufschwungs auf einen Beschäftigungsrekord zu. Das geht aus dem beschlossenen Jahresbericht hervor. Laut Einschätzung der Regierung soll der positive Trend anhalten.

Die Regierung rechnet bei den Beschäftigtenzahlen mit einer Zunahme um etwa 240.000 Personen auf einen neuen Rekordwert von mehr als 40 Millionen. Die Arbeitslosenquote dürfte auf 6,8 Prozent fallen. - © Foto: eccolo/fotolia

Für das laufende Jahr rechnet die Große Koalition mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Damit hebt die Regierung ihre bisherige Prognose um 0,1 Prozent an. Bislang hat die Regierung für 2014 mit einem Plus von 1,7 Prozent gerechnet. Im kommenden Jahr 2015 soll die Wirtschaftsleistung um 2,0 Prozent steigen.

Über 40 Millionen Beschäftigte

Die derzeitige konjunkturelle Entwicklung soll sich auch am Arbeitsmarkt positiv niederschlagen. Die Große Koalition erwartet mit 42,1  Millionen Menschen, einem Zuwachs um rund 240.000, einen neuen Beschäftigungsrekord. 2015 wird von einem weiteren Anstieg um 0,3 Prozent ausgegangen. Die Arbeitslosenquote soll 2014 von 6,9 auf 6,8 Prozent fallen und sich 2015 nicht ändern. Laut Angaben der Regierung wird 2014 neben Innovation und Forschung auch auf die Integration von Arbeitskräften sowie auf leistungsfähige Infrastrukturen gesetzt.

Das Wachstum wird inzwischen stärker von der Binnennachfrage getragen - mit einem Plus von 2,0 Prozent in diesem Jahr. Diese profitiert in Folge der guten Beschäftigungslage und höherer Löhne auch von einem stärkeren Privatkonsum. Bei den Bruttolöhnen rechnet die große Koalition in diesem Jahr nominal mit einem Plus von 2,7 Prozent - dabei ist die Inflation nicht berücksichtigt. Die privaten Konsumausgaben dürften um 1,4 Prozent zulegen.

Regierung rechnet mit mehr Ausgaben bei Unternehmen

Aber auch die Wirtschaft wird aus Sicht von Schwarz-Rot ihre bisherige Investitionszurückhaltung aufgeben. Die Regierung erwartet, dass Unternehmen Ausgaben für neue Maschinen und Anlagen um 4,0 Prozent ausweiten, um Produktionskapazitäten zu erhöhen. Bei den Exporten wird wieder mit einem stärkeren Plus von 4,1 Prozent gerechnet. Dabei dürfte Deutschland aus Expertensicht auch von besseren Konjunkturaussichten für die Euro-Zone profitieren. Andererseits könnten die Probleme in mehreren Schwellenländern den Welthandel und damit deutsche Ausfuhren Ökonomen zufolge dämpfen.

Unterm Strich werden der Regierungsprognose zufolge die Importe mit 5,0 Prozent dieses Jahr aber stärker zunehmen als die Exporte. Der deutsche Leistungsbilanzüberschuss wird dadurch reduziert. Kritiker monieren seit Jahren die schwache Binnenkonjunktur bei gleichzeitig hohen Ausfuhren, was globale Ungleichgewichte zusätzlich verschärfe.

Europäische Ungleichgewichte abbauen

Gabriel betont: "Die Dynamik der deutschen Binnenwirtschaft ist nicht nur eine gute Nachricht für Deutschland, sondern auch für unsere Partner in Europa." Deutschland komme dem Ziel, die Ungleichgewichte im Euroraum abzubauen, ein Stück näher. "Diesen Weg werden wir unter anderem mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro und starken Investitionsimpulsen für eine leistungsfähige Infrastruktur in Deutschland weitergehen."

Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) äußert sich positiv zum Jahreswirtschaftsbericht. Allerdings betont Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer, dass die Flexibilität der Unternehmen nicht eingeschränkt werden darf, wenn der positive Trend auch über 2014 hinausgehen soll. Eine übertriebe Regulierung der Betriebe und weiter steigende Energiekosten können sich zu Bremsen für Wachstum und Beschäftigung entwickeln, heißt es in einer Erklärung des BDA. dhz/dpa