Studie des IfW Exporte: Mehr kleine Betriebe wagen Schritt ins Ausland

Kleine Betriebe auf Expansionskurs: Immer mehr kleine Betriebe entdecken Märkte im Ausland für sich und exportieren Waren oder Dienstleistungen. Das kann sich lohnen – und Bund und Länder fördern den Schritt zum "Global Player".

Immer mehr kleine Betriebe wagen den Schritt ins Ausland und bieten dort ihre Waren und Dienstleistungen an. - © Foto: nmann77 - Fotolia

Immer mehr kleine Unternehmen agieren global: Im Jahr 2010 exportierten neun Prozent der Kleinstunternehmen, 47 Prozent der Kleinunternehmen und 68 Prozent der mittleren Unternehmen Waren oder Dienstleistungen in andere EU-Staaten. Für rund 19 Prozent des Gesamtvolumens an Exporten der deutschen Wirtschaft waren laut einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) kleine und mittlere Betriebe verantwortlich.

Zwar seien Großunternehmen nach wie vor häufiger im Ausland aktiv als Mittelständler. Doch Außenwirtschaftsaktivitäten der kleinen und mittleren Betriebe betreffen zunehmend "sowohl europäische Länder als auch zunehmend außereuropäische Staaten", erläutert Friederike Welter, Präsidentin des IfM. Insgesamt sei der Internationalisierungsgrad der deutschen mittelständischen Betriebe höher als bislang gedacht. Im Zeitraum zwischen 2009 und 2011 unterhielten 37 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen Kontakte in andere Staaten.

Exportieren lohnt sich


Für viele kleine Unternehmen lohnt es sich, den Schritt ins Ausland zu wagen. Denn bei exportierenden Kleinstunternehmen ergeben sich 15 Prozent des Umsatzes aus den Lieferungen in andere Staaten. Bei Kleinunternehmen sind es 18 Prozent, bei mittleren Unternehmen sogar 23 Prozent des Umsatzes. Fast 20 Prozent der KMUs können sich vorstellen, Auslandsaktivitäten aufzunehmen. Jedes zweite der bereits international tätigen Unternehmen im Mittelstand plant, seine Aktivitäten dort weiter auszuweiten.

Für exportwillige kleine und mittlere Unternehmen gibt es zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten von Bund und Ländern. "Go International" beispielsweise ist ein solches Förderprogramm für Unternehmen, die sich für Geschäfte mit dem Ausland fit machen möchten. Ehemalige Manager begleiten die Betriebe und erstellen ein Internationalisierungsprogramm. Dazu können eine englischsprachige Website oder Sprachkurse für die Mitarbeiter zählen. Finanziell können Betriebe mit 25 Prozent, maximal 10.000 Euro pro Jahr gefördert werden.

Bei der Handwerkskammer informieren


"Der erste Schritt sollte für Handwerksbetriebe aber immer sein, sich an die Außenwirtschaftsberatung ihrer Handwerkskammer zu wenden", sagt Barbara Peinel, Außenwirtschaftsberaterin der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Dort könnten sich Firmeninhaber umfassend über das weitere Vorgehen informieren und erfahren, wo es eventuell auch finanzielle Fördermöglichkeiten gibt. Für kleine Betriebe sei die Außenwirtschaftsberatung so etwas wie die Exportabteilung bei größeren Unternehmen. sch