Erste Stimmen nach der Bundestagswahl Union ist klarer Sieger

Die CDU/CSU sind der klare Sieger der Bundestagswahl und könnten noch die absolute Mehrheit erreichen. Der bisherige Koalitionspartner FDP schafft es hingegen wohl nicht mehr ins Parlament. Die Linke ist momentan im Bund die drittstärkste Partei.

Angela Merkel hat mit der CDU/CSU die Wahl deutlich gewonnen. - © Foto: dapd

Die CDU gewinnt, die FDP ist raus. Nach aktueller Hochrechnung hat die Union mit 41,7 Prozent mit Abstand die meisten Wählerstimmen erhalten. Damit hätte die CDU/CSU 295 Sitze im Parlament. Zu den vergangenen Wahlen hat die Partei rund acht Prozentpunkte zugewonnen.

Die SPD steht derzeit bei 25,6 Prozent (185 Sitze). Das ist im Vergleich zu 2009 ein Plus von rund drei Prozent. Die Linke ist nach aktuellen Zahlen die voraussichtlich die drittstärkste Partei im Bundestag (8,6 Prozent) und gewinnt ebenfalls gut drei Prozent an Stimmen.

Grüne und FDP verlieren

Die Grünen stehen momentan bei 8,4 Prozent und haben im Vergleich zu den vergangenen Wahlen damit knapp drei Prozent verloren. Ob die AFD den Sprung in den Bundestag schaffen wird, ist weiterhin fraglich. Derzeit steht die Partei bei 4,8 Prozent.

Damit haben es nach aktuellem vier Parteien in den Bundestag geschafft. Bleibt es bei den Ergebnissen, gibt im Parlament ein Patt zwischen Union und Rot-Rot-Grün. Doch auch eine schwarz-grüne Koaltion wäre theoretisch möglich.

Die FDP ist hingegen mit 4,7 Prozent der Stimmen knapp an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle zeigte sich dementsprechend enttäuscht über das Ergebnis und übernahm dafür die Verantwortung. "Heute ist ein schwieriger Abend. Wir hoffen, dass wir den Sprung noch schaffen. Es ist klar, das ist das schlechteste Ergebnis, dass die FDP bisher bei Bundestagswahlen erzielt hat."

"Angie"-Sprechchöre bei der Union

Die Anhänger der CDU/CSU empfingen Kanzlerin Angela Merkel mit "Angie"-Sprechchören. "Das ist ein super Ergebnis. Ich kann Wählern und Wählerinnen versprechen, wir werden mit dem Vertrauen sorgsam umgehen." Doch zu einer Aussage, wie es weiter geht, ließ sich Merkel noch nicht hinreißen. "Wir warten das Wahlergebnis ab und besprechen alles weitere morgen in unseren Gremien. Aber feiern dürfen wir heute schon."

SPD-Chef Siegmar Gabriel gratulierte der Kanzlerin bereits zu ihrem Erfolg. Über das Ergebnis der SPD sagte er: "Ja, wir haben zugelegt, aber wir haben uns mehr erwartet." Ähnlich äußerte sich auch SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück. Die SPD habe nicht das Ergebnis erzielt, dass sie wollten. "Der Ball liegt nun im Spielfeld von Frau Merkel." Sie sei es, die sich jetzt eine Mehrheit besorgen müsse. Die SPD tue gut daran, sich heute an keinen Spekulationen über Koalitionen zu beteiligen.

Grüne-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt sprach angesichts des Stimmenverlustes von einem Loch, in das die Partei hineingerutscht sei. "Wir werden jetzt analysieren, wie es dazu kommen konnte." Die Grünen sollten sich ausßerdem klar machen, dass es um mehr gehe, als um das Wahlergebnis. Parteiintern müsse man außerdem überlegen, "wer übernimmt welche Verantwortung", so Göring-Eckart weiter.

Von den baden-württembergischen Grünen kam derweil bereits harte Kritik am Kurs der Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt sowie der Parteispitze. Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde sagte: "Die Strategie der Bundesgrünen war falsch." Sie hätten im Wahlkampf nicht konsequent auf den erfolgreichen grünen Markenkern Energiewende und ökologisches Wirtschaften gesetzt. "Stattdessen hat man versucht, die SPD links zu überholen." Das habe Mittelstand und gesellschaftliche Mitte verunsichert und abgeschreckt. dhz