Immer mehr Staaten sind an der deutschen dualen Berufsausbildung interessiert. Die Bundesregierung hat deshalb eine neue Zentralstelle für internationale Berufsbildungskooperation im Bundesinstitut für Berufliche Bildung (BIBB) in Bonn geschaffen. Erstes Ziel: die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Europa senken.
In einer neuen Zentralstelle beim Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn können sie sich jetzt direkt informieren. "Mit der Zentralstelle bauen wir dauerhafte Strukturen für die internationale Berufsbildungskooperation auf", sagte Cornelia Quennet-Thielen, Staatsekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin. Dies sei ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa und zur weltweiten Förderung von Fachkräften.
Für BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser ist die Zentralstelle "Plattform für Informationsaustausch" und "logische Konsequenz auf die steigende Nachfrage nach dem deutschen Berufsbildungssystem". Interessant ist die Zentralstelle auch für alle, die sich im Inland mit der internationalen Berufsausbildung beschäftigen und einen Überblick über die aktuellen Aktivitäten bekommen wollen.
Wie es im BMBF weiter heißt, werden sich Vertreter der Bundesministerien, der Bundesländer, der Sozialpartner und anderer betroffener Institutionen regelmäßig im Rahmen eines runden Tisches treffen. Nicht zuletzt sollen so die zahlreichen Aktivitäten besser abgestimmt werden. Grundlage der neuen Zusammenarbeit "aus einer Hand" sei das Strategiepapier der Bundesregierung vom 3. Juli 2013.
Neue Berufsstandards
Schwerpunkt der Tätigkeit sollen zunächst teilweise schon bestehende Kooperationen mit Spanien, Italien, Griechenland, Portugal, Lettland und der Slowakei sein. Sie sollen weiter ausgebaut und vernetzt werden. Ziel sei es, gemeinsam mit Partnern vor Ort wie Regierungsvertretern und Vertretern nationaler und internationaler Unternehmen Pilot- und Netzwerkprojekte einzuführen. So gehe es etwa darum, mit Branchenverbänden und Bildungseinrichtungen duale Ausbildungsgänge zu implementieren. Einen entsprechenden Beschluss dazu habe es bei einer Ministerkonferenz im Dezember 2012 gegeben, heißt es im BIBB.
Darüberhinaus soll in der Zentralstelle die Zusammenarbeit mit Russland, Indien, China, Südafrika und ausgewählten G-20 Staaten gebündelt werden. Mit ihnen soll in ganz unterschiedlichen Bereichen wie der Entwicklung von Berufsstandards, dem Aufbau von Aus- und Weiterbildungsnetzwerken oder der Fortbildung von Berufsbildungspersonal zusammengearbeitet werden. bir