Innenministerkonferenz Blau auf dem Drahtesel: Promille-Grenze für Radfahrer soll gesenkt werden

Autofahren ist schon ab wenigen Promille zu Recht nicht mehr erlaubt. Warum ist dann die Grenze für Radfahrer noch immer so hoch? Auf der Innenministerkonferenz ist das Thema. Und man scheint sich relativ einig zu sein.

Die Innenminister der Länder wollen die Promillegrenze für Radfahrer senken. Bislang liegt sie bei 1,6 Promille. - © Foto: bofotolux/Fotolia

Betrunkene Radfahrer sind auf deutschen Straßen keine Seltenheit. Denn sie haben eine erlaubte Promille-Grenze von 1,6 Promille - das ist nach Ansicht der Innenminister der Länder deutlich zu hoch.

Die Politik fordert nun, den Grenzwert zu senken. Eine Grenze für die "absolute Fahruntüchtigkeit" liegt nach der Meinung einiger Innenminister bei 1,1 Promille. Diesen Wert hält auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) für richtig. "Niemand ist bei 1,6 Promille in der Lage, sicher Rad zu fahren. Betrunkene Radfahrer sind eine Gefahr für sich und andere", sagte Jäger im Gespräch mit der WAZ-Mediengruppe.

Noch kein neuer Wert beschlossen

Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) fragt sich, warum man mit 0,5 Promille Alkohol im Blut nicht mehr Auto fahren dürfe, aber sich durchaus noch locker auf den Fahrradsattel schwingen darf. Auch er will den Innenminister eine Absenkung der Grenze ans Herz legen.

Eine Festlegung auf einen neuen Wert gibt es aber noch nicht. Die Innenministerkonferenz berät dazu in dieser Woche. Die Innenminister sind sich aber unabhängig von der Parteifarbe einig, dass eine Verschärfung not tut. Denn die Unfallzahlen würden sich besorgniserrend entwickeln. bur