Weltfrauentag Studie: Immer mehr Frauen machen sich selbstständig

Der Internationale Frauentag wird weltweit von Frauenorganisationen am 8. März begangen. Entstanden ist er in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und für das Wahlrecht von Frauen. Seit Jahrzehnten können Frauen in Deutschland wählen. Allerdings findet Gleichberechtigung noch nicht in allen Bereichen statt. Gerade im Berufsleben haben sie noch vermehrt das Nachsehen. Doch in Deutschland passiert etwas, denn immer mehr Frauen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit.

Pünktlich zum Weltfrauentag ergab eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums: Immer mehr Frauen in Deutschland machen sich selbstständig. - © Foto: moodboard Premium / Fotolia.com

Immer mehr Firmen in Deutschland werden von Frauen gegründet. Das ergab eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Zahl der weiblichen Selbstständigen ohne Mitarbeiter habe sich zwischen 2002 und 2011 um 51 Prozent erhöht. Am heutigen Tag soll die Studie in  Berlin vorgestellt werden.

Mit einem Frauenanteil von 38 Prozent an allen Selbstständigen liegt Deutschland im EU-Ländervergleich auf dem zweiten Platz, heißt es in der Studie. Bei den Selbstständigen, die Mitarbeiter beschäftigen, hätten Frauen einen Anteil von 25 Prozent. Damit liege Deutschland im EU-Mittelfeld. Die Studie ergab auch, dass für Frauen Unabhängigkeit und die Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben wichtigere Motive für die Firmengründung sind als für Männer.

Auch war die Frauenerwerbsquote in Deutschland so hoch wie noch nie zuvor. Bundesweit gehen inzwischen sieben von zehn Frauen einer bezahlten Arbeit nach, wie die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf Angaben der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag berichtet. Die Quote liegt derzeit bei 71,6 Prozent. Vor 20 Jahren betrug sie noch knapp 61 Prozent. Die Zahl weiblicher Beschäftigter ist seit der Wiedervereinigung um 2,6 Millionen auf 18,1 Millionen gestiegen. Der hohe Beschäftigungsgrad geht den Angaben zufolge jedoch auch auf den starken Anstieg atypischer Beschäftigungsverhältnisse wie Leiharbeit zurück. Von den im Jahresschnitt insgesamt fast 776.000 Leiharbeitern in 2010 waren knapp drei Viertel Frauen. dhz/dapd