Trotz eines Vollzeitjobs müssen überdurchschnittlich viele Leiharbeiter zusätzlich Hartz IV beziehen. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen zeigt, dass diese Lohnsubventionierung viele Millionen Euro kostet.
Im Juni 2011 erhielten rund 54.600 Haushalte, in denen mindestens ein Leiharbeiter lebte, noch Geld vom Jobcenter. Das berichtet die "Tageszeitung" unter Hinweis auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. In 86 Prozent der Fälle bzw. 47.146 Haushalten war der Leiharbeiter dabei auf einer Vollzeitstelle beschäftigt.
Große Unsicherheit
Die Sprecherin für Arbeitnehmerrechte der Grünen-Bundestagsfraktion, Beate Müller-Gemmeke, kritisierte, dass die Jobcenter Arbeitslose zu häufig in Leiharbeit vermittelten. Leiharbeit bedeute für die Beschäftigten "Unsicherheit und Einbußen bei der Lebensplanung", sagte Müller-Gemmeke der Zeitung.
Zudem kommt die Tatsache, dass so viele Arbeitnehmer von dem Einkommen aus einer Vollzeitbeschäftigung nicht leben können, den Staat teuer zu stehen. Die Lohnsubventionierung über Hartz-IV-Leistungen kostete 2011 laut der Antwort der Bundesregierung rund 347 Millionen Euro. dhz/dapd
