Die Zahl der Firmenpleiten ist in Deutschland zurückgegangen, trotz schwächerer Konjunktur. Während die Zahl der Unternehmens-Insolvenzen fällt, stieg jedoch die Zahl der überschuldeten Privatpersonen. Das kann auch für Handwerksbetriebe zum Problem werden, wenn Kunden ihre Rechnungen nicht begleichen.
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist in den ersten elf Monaten 2012 ungeachtet der schwächeren Konjunktur am Jahresende gesunken. Von Januar bis November meldeten die deutschen Amtsgerichte 26.419 Unternehmensinsolvenzen.
Das waren 4,3 Prozent weniger als im selben Zeitraum 2011, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im November ging die Zahl der Firmenpleiten um 7,5 Prozent auf 2.211 Fälle zurück. 2011 hatten fast 30.100 Unternehmen in Deutschland Insolvenz angemeldet.
Summe offenerer Gläubigerforderungen steigt
Sollte sich die Tendenz im Dezember fortgesetzt haben, könnte die Zahl der Firmenpleiten hierzulande im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit Beginn der Finanzkrise von 2008 und 2009 gesunken sein. Das wäre zudem der dritte Rückgang in Folge.
Während die Zahl der Insolvenzen zurückging, stieg die Summe der offenen Gläubigerforderungen. Inklusive der Forderungen auch aus privaten Insolvenzen und weiteren Fällen lag sie im November bei gut 4,2 Milliarden Euro, nach 2,4 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Grund dafür war den Angaben zufolge die höhere Zahl von Pleiten wirtschaftlich bedeutender Unternehmen.
Immer mehr Privatpersonen überschuldet
Die Zahl der überschuldeten Privatpersonen stieg jedoch. Nach Informationen der Wirtschaftsauskunftei Bürgel gelten knapp sieben Millionen Menschen in Deutschland als überschuldet. Das sind 2,7 Prozent als im Jahr zuvor.
Auffällig sei vor allem die hohe Schuldnerquote der 21- bis 30-Jährigen. „Mit einer Schuldnerquote von 17,7 Prozent sind sie am stärksten von Überschuldung betroffen und das mit einer Zunahme um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, sagt Bürgel Geschäftsführer Norbert Sellin.
Die jungen Erwachsenen hätten weniger Erfahrungen im Umgang mit Geld und oft keine Rücklagen bei finanziellen Engpässen. Zudem würden Familiengründungen und Immobilienfinanzierungen die Ausgaben stark erhöhen. Aber auch bei den 31- bis 40-jährigen Bürgern ist die Schuldnerquote mit 17,6 Prozent hoch.
Die Ursachen von Überschuldung sind oft Arbeitslosigkeit, Krankheit, Trennung oder Scheidung, unwirtschaftliche Haushaltsführung, Unerfahrenheit beim Umgang mit Geld, ein nicht zum Einkommen passendes Konsumverhalten, gescheiterte Selbstständigkeit oder Immobilienfinanzierung sowie ein niedriges Einkommen.
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