"Deutsches Handwerk hilft" Hilfseinsatz in Rumänien begeistert Handwerker

In dem rumänischen Ort Radeln packen deutsche Handwerker mit an. 2012 haben sie dort zum Beispiel Parkett verlegt oder eine neue Küche eingebaut. Nach Hause fuhren sie mit einem guten Gefühl, tollen Erfahrungen und dem Wissen, dass ihre Spenden dort gut ankommen.

Anna-Maja Leupold

Gemacht vom deutschen Handwerk:?Radeln mit Pfarrhaus und Kinderheim. - © Foto: privat

"In einer Entfernung von nur 1.600 Kilometern von hier ist eine völlig andere Welt", sagt Parkettlegermeister Christoph Skaletzka. Straßen sind teils nicht geteert, manche enden abrupt mitten im Dorf und Trinkwasser ist ein riesiges Problem.

Skaletzka hat sich davon nicht abschrecken lassen und trat zusammen mit drei Parkettlegermeistern und fünf Auszubildenden die Reise von Tübingen nach Rumänien an. Los ging es mit vier vollbepackten Wagen nach Radeln. Dort hat die Peter Maffay Stiftung mit Hilfe von deutschen Handwerkern ein Kinderferienheim errichtet.

Intensives Erlebnis für Handwerker

Die Reise mit Werkzeug und Arbeitsmaterial im Gepäck hat sich gelohnt: Die Parkettleger der Innung Baden-Württemberg Süd haben in nur drei Tagen die Treppe des Ärztehauses geschliffen, Linoleumböden verlegt und im Pfarrhaus Stabparkett in Fischgrätmuster verlegt. "Das war ein intensives Erlebnis", sagt Skaletzka. Eine Reise mit harter Arbeit statt wohlverdientem Urlaub, Austausch mit den Einheimischen und leckerer rumänische Küche.

Urlaub hat sich auch Uwe Kober aus Taucha für den Einsatz in Radeln genommen. Mit seinem Kollegen Mirko Rösler aus Nobitz hat der Küchenbauer zwei Tage lang eine neue Küche aufgebaut. "Die Unterbringung in Radeln war schlicht, aber okay", sagt Kober. Statt behaglich beheiztem Bad mit Toilette gibt es in Radeln Plumsklos und die Duschen sind draußen. Vielleicht nichts für jeden, aber ein Erlebnis, das die Handwerker nicht missen wollen. „Wir sind mit einem guten Gefühl wieder abgereist“, beschreibt der Küchenbauer die Reise.

Spenden kommen wirklich an

Bei Spenden hatte der Sachse bisher oft ein ungutes Gefühl. Schließlich wisse man bei vielen Projekten nicht, wo das Geld hingehe. Ganz anders ist das bei der Aktion "Deutsches Handwerk hilft", die gemeinsam von der Peter Maffay Stiftung und der Deutschen Handwerks Zeitung ins Leben gerufen wurde. Denn hier helfen die Handwerker vor Ort selbst mit.

Kober würde bei einem solchen Projekt wieder mitmachen. Und auch Skaletzka kann das Projekt in Rumänien nur empfehlen. Den Parkettlegern aus Baden-Württemberg hat es in Radeln sogar so gut gefallen, dass sie schon fleißig überlegen, wie sie finanziell eine weitere Hilfsaktion stemmen können.

Zu tun gibt es im rumänischen Dorf genug. Im Frühjahr 2013 soll der Kultursaal hergerichtet werden. Außerdem stehen mehrere Projekte im Dorf an. Die Arbeiten gehen im nächsten Jahr nach Ostern weiter, wenn der Schnee geschmolzen ist. Dann werden in Radeln dringend Dachdecker und Baublechner benötigt. Aber auch die Hilfe von Maurern, Putzern, Malern, Dachdeckern, Elektrikern, Installateuren sowie Garten- und Landschaftsbauern wird gefragt sein.

Geldspenden können unter dem Stichwort "Deutsches Handwerk hilft" auf das Konto 7657030, BLZ 70190000 bei der Münchner Bank eingezahlt werden. Empfänger ist die Peter Maffay Stiftung.

Weitere Informationen zur Aktion "Deutsches Handwerk hilft" finden Sie hier .

DHZ-Interview mit Peter Maffay

DHZ: Herr Maffay, sind Sie mit dem bisherigen Verlauf des Projektes in Radeln zufrieden?

Maffay: Wir sind mit dem bisherigen Verlauf des Projektes sehr zufrieden und freuen uns, auf wie viel Unterstützung wir bauen können. Mit großartigen Partnern gelingt es uns, dass Dorf weiter zu entwickeln und den dort lebenden Menschen und den Gruppen die wir in unserem Haus begrüßen können, eine gute Perspektive zu geben.

DHZ: Wie wichtig ist Ihnen persönlich der Einsatz der deutschen Handwerker?

Maffay: Dieser Einsatz ist für alle unsere Bereiche in Radeln sehr wichtig. Zum einen die Hilfe, die unsere Projekte erfahren und zum anderen auch das Anlernen der örtlichen Bevölkerung bei der Ausübung der handwerklichen Tätigkeiten ist unschätzbar. Mit welchem Einsatz hier Handwerker aus Deutschland zu Tage treten ist vorbildlich und großartig.

DHZ: Das Projekt scheint immer größer zu werden. Welches Ziel verfolgen Sie dort langfristig?

Maffay: Zunächst ist Nachhaltigkeit unser erklärtes Ziel in allen unseren Projekten. Alles was wir dort beginnen, muss auch für die Zukunft gesichert sein. In Radeln speziell ist es auch unsere Aufgabe, die Lebensumstände der dort lebenden Menschen zu verbessern. Sauberes Wasser für alle Dorfbewohner und auch unsere Gastgruppen ist unerlässlich. Für uns in Deutschland und Teilen Europas selbstverständlich, dort auf jeden Fall noch ausbaufähig.