Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will die Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen. Um das zu erreichen, will sie die duale Berufsausbildung stärker in Europa etablieren. "Wir wollen für Jugendliche in Europa Zukunftschancen schaffen. Unser erfolgreiches System der beruflichen Bildung kann für viele Länder ein wichtiger Schlüssel zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit sein", sagte Schavan.

Die Nachfrage nach einer Kooperation mit Deutschland in der Berufsbildung steige kräftig an. Zugleich lud Schavan ihre Ministerkollegen zu einem europäischen Berufsbildungsgipfel nach Berlin ein, um über eine Modernisierung der beruflichen Bildung in Europa zu diskutieren.
Deutschland hat nach Auskunft des Ministeriums mit acht Prozent die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in Europa, in Spanien und Griechenland sind dagegen mehr als 50 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job.
Um die internationale Zusammenarbeit deutscher Anbieter von Aus- und Weiterbildungen zu stärken, wurde die bereits bestehende Internetplattform edvance.info ausgebaut.
Bildungsmärkte verbessern
Kern des überarbeiteten Internetauftritts ist ein Kalender, der alle bekannten Veranstaltungen im Bereich der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit erfassen soll.
Als "Dachmarke" für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit will edvance.de die im Ausland auftretenden staatlichen, halbstaatlichen und privatwirtschaftlichen Akteure sowie Non-Profit-Organisationen stärker miteinander vernetzen.
Weiteres Ziel ist es, mit einer gemeinsamen Stimme die Darstellung und Wahrnehmung deutscher Bildungsaktivitäten im Ausland und damit die Chancen auf den weltweit wachsenden Bildungsmärkten zu verbessern.
Nicht nur in Europa, auch die USA haben ein großes Interesse an der deutschen dualen Ausbildung.
Jugendliche fit für den Arbeitsmarkt machen
Deutsche Unternehmen, die mit US-Bildungseinrichtungen am deutschen System orientierte Ausbildungskurse anbieten, stoßen nach Informationen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bei der US-Regierung auf große Anerkennung.
Bildungsministerin Annette Schavan will jedoch alle Jugendlichen fit für den Arbeitsmarkt machen – auch in Deutschland. Lesen Sie dazu unser Interview "Bildung fängt nicht erst beim Abitur an" mit der Bildungsministerin. dapd/rh