Die Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie gehen weiter. Die Gewerkschaft IG Metall verlangt für die Beschäftigten unter anderem die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten. Im Handwerk regt diese Forderung zu Widerstand an. ZDH-Präsident Kentzler warnte vor zu vielen Einschränkungen, die zulasten der Ausbildungsbereitschaft gehen könnten.

Mit den aktuellen Warnstreiks wollen die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie gemeinsam mit der Gewerkschaft IG Metall 6,5 Prozent mehr Lohn zu, mehr Mitsprache bei Leiharbeit und eine unbefristete Übernahme von Ausgebildeten erreichen. Doch die Arbeitgeber zeigen sich trotz der neuen massiven Warnstreikwelle unnachgiebig.
Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser wies am Donnerstag die Forderungen der IG Metall erneut zurück. "Man kann natürlich den Stab so hoch legen, dass die Wirtschaft das nicht überspringen kann, das ist hier der Fall", sagte Kannegiesser im RBB-Inforadio.
Im Handwerk stößt vor allem die von der IG Metall geforderte Übernahmepflicht für alle Lehrlinge auf Ablehnung. Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler, sträubt sich eine derartige Forderung für sinnvoll zu erachten.
Übernahmegarantien sind nicht möglich
Eine solche Vorschrift schränke die Entscheidungsfreiheit des Unternehmers ein und gehe zulasten der Ausbildungsbereitschaft, sagte Kentzler, der Ulmer "Südwest Presse". "Zudem wäre es ein Nachteil, wenn sich Jugendliche bei der Suche einer Lehrstelle an einer Übernahmegarantie orientieren, die ihnen das Handwerk nicht bieten kann", sagte Kentzler.
Derweil gehen die Warnstreiks weiter. Die Arbeitgeber haben bislang drei Prozent mehr Lohn über eine Laufzeit von 14 Monaten angeboten und die weiteren Forderungen abgelehnt. Die nächsten Verhandlungen stehen am 8. Mai in Baden-Württemberg an. Dort gab es häufig Pilotabschlüsse für die gesamte Branche. dapd/dhz