Mehr Lehrer, mehr Ganztagsschulen und interkulturelle Pädagogik als Pflichtfach in der Lehrerausbildung. Das sind Vorschläge von 100 Jugendlichen aus ganz Deutschland, die sich zum 3. Jugendintegrationsgipfels in Berlin getroffen haben. Den Auszubildenden und Studenten war vor allem wichtig, dass sich die Chancen von Migranten verbessern, eine gute Ausbildung zu erhalten.

100 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 25 hatten sich zwei Tage in vier Workshops mit den Themen "Bildung und Integration", "Medien und Integration", "Bürgerschaftliches Engagement und Integration" sowie "Konflikte zwischen den Generationen" beschäftigt. Ziel des Jugendintegrationgipfels am 16. und 17. April waren Aktionspläne. Zum Abschluss des Gipfels wurden die Ergebnisse von Staatsministerin Maria Böhmer vorgestellt.
Staatsministerin Böhmer: "Dritter Jugendintegrationsgipfel als Ideenschmiede hat sich bewährt - Die Vorschläge sind wichtige Beiträge zur Stärkung des Wir-Gefühls und des Zusammenhalts in unserem Land"
"Das Engagement der Jugendlichen begeistert mich. Die Botschaft ihres großen Einsatzes lautet: Jeder Einzelne kann aktiv an der Gestaltung der Zukunft unseres Landes mitwirken", sagte Staatsministerin Böhmer. Unter den Jugendlichen überwiege in ihrem Alltag in der Schule und in der Freizeit ein Wir-Gefühl. Es sei jedoch von entscheidender Bedeutung die Teilhabechancen von Migranten weiter zu verbessern.
Böhmer: "Hierfür haben die Jugendlichen gute und konkrete Vorschläge gemacht, die bei unserer Arbeit berücksichtigt werden. Der Jugendintegrationsgipfel als Ideenschmiede hat sich bewährt."
Hier eine Übersicht der zentralen Ergebnisse:
Workshop Bildung und Integration- Bildung muss Bundessache werden
- Einführung eines neuen Unterrichtsfachs "Gesellschaftsunterricht"
- mehr Bildungspersonal und interkulturelle Pädagogik als Pflichtfach in der Lehrerausbildung
- Ausbau der Ganztagsschulen und der damit zusammenhängenden Angebote
- Bundesweite Pflicht-Praktika in Unter- und Mittelstufe
- besserer Zugang zum Arbeitsmarkt für alle Migranten
- Projektförderung unabhängig von Vorjahresergebnissen
- Engagementförderung und –anerkennung in Schulen
- Ausbau von Mentorenprogrammen
- Interkulturelle Woche beim Fernsehen und im Rundfunk
- Sprachunterricht in dritten Fernsehprogrammen
- Mindestquote für Filmproduktionen: Mehr Schauspieler mit Migrationshintergrund in allen Rollen- weg von Stereotypen
- Ausbildung von Imamen in Deutschland
- spezifische Ausbildung von Sozialarbeitern und Schulpsychologen als Ansprechpartner für Schülerinnen und Schüler
- Einführung von interkulturellen Mehrgenerationenhäusern
- verstärke Verankerung des Themas Migration im Lehrplan