Nach dem Tod des CDU-Abgeordneten Jo Krummacher ist der Vorsprung der Union vor der SPD im Bundestag auf eine Stimme geschmolzen. Den 223 Abgeordneten von CDU/CSU stehen jetzt 222 der SPD gegenüber.
Union hat im Bundestag nur noch eine Stimme mehr als die SPD
Das Mandat des am Montag verstorbenen Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordneten Jo Krummacher wird "nicht nachbesetzt", da die CDU bei der Bundestagswahl im Jahr 2005 insgesamt drei Überhangmandate in Baden-Württemberg errungen hat. Soweit es Überhangmandate gibt, ist im Falle des Ausscheidens oder des Todes von Abgeordneten eine Nachbesetzung nicht vorgesehen.
Die Überhangmandate entstanden, weil die Partei wegen der Zahl der gewonnenen Direktmandate mehr Sitze im Bundestag bekam als ihr aufgrund der Zweitstimme zustanden. Insgesamt sitzen derzeit 612 Abgeordnete im Bundestag. 61 davon sind Fraktionsmitglieder der FDP, 53 gehören der Linken an, 51 den Grünen und 2 sind fraktionslos.
Krummacher starb am frühen Montagmorgen "nach kurzer, schwerer und tückischer Krankheit", wie der CDU-Kreisverband Stuttgart mitteilte. Krummacher hatte bei den vorgezogenen Bundestagswahlen im September 2005 per Direktmandat den Wahlkreis Stuttgart-Süd für die CDU zurückgewonnen, den die Partei 2002 verloren hatte. Der 61-Jährige wirkte in den Bundestagsausschüssen für Bildung und Forschung sowie für Kultur- und Medienpolitik mit. Krummacher war Pfarrer und von 1995 bis 2005 geschäftsführender Direktor der Evangelischen Akademie Bad Boll.
ddp