DHZ-Porträt Andrea Ypsilanti

Andrea Ypsilanti hat es geschafft. Die SPD-Linke hat ihre Partei zur stärksten Kraft in Hessen geführt, auch wenn am Wahlabend lange unklar war, ob es zur Regierungsbildung reicht.

Andrea Ypsilanti (SPD) ließ sich von den Genossen feiern. Foto: ddp

Andrea Ypsilanti

"Die Sozialdemokratie ist wieder da", rief Ypsilanti den Genossen zu. 2003 hatte die SPD in Hessen das schlechteste Ergebnis aller Zeiten hinnehmen müssen. Mit dem Thema Gerechtigkeit könne man Wahlen gewinnen, sagte Ypsilanti am Sonntag. Das gelte auch für die Bundesebene.

Ypsilanti wurde 8. April 1957 in Rüsselsheim geboren. Die gelernte Sekretärin und Stewardess studierte Soziologie in Frankfurt am Main. 1994 holte der damalige Ministerpräsident Hans Eichel (SPD) sie als Referatsleiterin in die Staatskanzlei. In die SPD war sie 1986 eingetreten, zu Beginn der 90er Jahre hatte sie es bis zur Juso-Landesvorsitzenden gebracht. Seit 1999 sitzt sie im Landtag.

Ypsilanti steht seit der Wahlschlappe bei der Landtagswahl Anfang 2003 an der Spitze der Hessen-SPD. Damals folgte sie dem gescheiterten Spitzenkandidaten Gerhard Bökel an die Parteispitze. Spitzenkandidatin für 2008 war Ypsilanti damit nicht automatisch. 2006 musste sie sich in einer Kampfkandidatur gegen den früheren SPD-Fraktionschef im Landtag, Jürgen Walter, durchsetzen.

Ypsilanti gehörte zu den Kritikern der Agenda 2010 des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD). Dessen damaliger Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) riet im Wahlkampf-Endspurt von der Wahl der SPD-Frau ab. Ypsilanti ist eine Parteilinke. Eine Koalition mit der Linkspartei schließt sie aber aus, was ihr CDU und FDP aber nicht abnehmen.

Ypsilanti wohnt mit ihrem Lebensgefährten und einem gemeinsamen Sohn zusammen. Ihr Nachname stammt von ihrem griechischen Ex-Ehemann. Nach der Scheidung behielt sie den Namen. Die SPD-Politikern liebt Literatur und Kunst.

ddp