Erst Ohrstecker, in denen die Technik komplett verschwindet, jetzt eine Brille mit Hörgerät im Bügelende: Das Hörstudio Riedel aus Dresden bedient Kunden, denen ein unauffälliges Hilfsmittel wichtig ist. Für den Ohrstecker gab es vor elf Jahren den Bayerischen Staatspreis und einen sächsischen Innovationspreis. Wie der herstellerunabhängige Betrieb Höranspruch, Preisvorstellung und Ästhetik zusammenbringt.

Sowohl diskret als auch modisch, voller Technik und höchst innovativ – das ist die Hörbrille, die das Team des Hörstudios Riedel aus Dresden seit wenigen Tagen ihren Kunden anbietet. Die Lösung, die die Handwerker präsentieren, ist etwas Besonderes. In die speziell designten Bügelenden der Seh- und Hörhilfe kann ein Hörgerät integriert werden.
Gesucht: Der richtige Partner
"Schon vor acht Jahren haben wir uns erstmals intensiv mit dem Thema Hörbrille beschäftigt", berichtet Hörakustiker- und Augenoptikermeister Bertram Riedel. "Dafür brauchten wir aber auch einen Partner. Durch die Vermittlung durch Robert Leitl, einem Schwergewicht in der Branche, kamen wir dafür mit der PM Frost GmbH, einer Brillenmanufaktur aus Sasbach im Schwarzwald, zusammen. Und auch für sie war die Brille eine spannende Herausforderung."
In Dresden und in der Ortenau nahe dem Schwarzwald wurde dann getüftelt und erprobt. Entwickelt wurde das Bügelende in der PM Frost GmbH, Bertram Riedel begleitete die Entwicklung mit seinem hörakustischen Fachwissen. Entstanden ist eine zum Patent angemeldete Lösung, bei der die Bügelenden durch Wärme individuell angepasst und in jede Richtung ausgerichtet werden können.
Diskretion als Geschäftsmodell
Mit seinem Team von acht Angestellten, darunter vier Handwerksmeister, betreibt Bertram Riedel in Dresden zwei Filialen seines Hörstudios. Zur Firmenphilosophie des Familienunternehmens gehöre dabei immer auch die Innovation, sagt der 49-Jährige und verweist dabei gern auf den Bayrischen Staatspreis sowie einen sächsischen Innovationspreis. Diese erhielten die Hörhandwerker vor elf Jahren für die Entwicklung von Hörschmuck. Dabei handelt es sich um Ohrstecker, in denen die Hörgerätetechnik komplett verschwindet. Insbesondere modebewusste Damen würden diese Hörlösung bevorzugen.
Bertram Riedel unterstreicht: "Wir arbeiten herstellerunabhängig mit allen Anbietern. Dadurch können wir Lösungen je nach Höranspruch, Preisvorstellungen und auch ästhetischen Wünschen anbieten."
Im Juli war der Prototyp der neuen Hörbrille fertig. Die "frost FlexTip" wurde auf der internationalen Fachmesse Silmo Paris der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt. "Die Brille war dort auch für den Innovationspreis nominiert", freut sich Bertram Riedel.
Am Puls der Zeit
Die neue Seh- und Hörhilfe richtet sich an Menschen, die Wert darauf legen, dass ihr Hörgerät möglichst unauffällig ist. "Diskretion ist vielen Kunden wichtig", erläutert der Hörakustikermeister, der bereits seit 1993 selbstständiger Unternehmer ist. "Da viele unserer Kunden auch im Alltag eine Brille tragen, haben wir in diese Richtung weitergedacht."
Für Bertram Riedel und sein Dresdner Team sind es solche Neuentwicklungen, die den Reiz ihres Handwerks ausmachen. "Wir arbeiten immer auch am Puls der Zeit. Dabei kommen wir Handwerker aus der Praxis und stoßen mit unserem Wissen Innovationen an", sagt der 49-Jährige hörbar stolz.