Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im September 2026 Selbstständige: Tiefpunkt für Kreditverhandlungen

Einen Kredit zu bekommen, ist gerade schwieriger denn je: Über die Hälfte der Selbstständigen erlebt die Kreditvergabe als sehr restriktiv. Nur noch 7,8 Prozent von ihnen führen überhaupt Kreditverhandlungen. Das zeigt der neue Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex.

Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im September 2026
54,4 Prozent der Selbstständigen in Kreditverhandlungen erleben die Kreditvergabe als restriktiv, nach 34,6 Prozent im ersten Quartal. - © Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex

Zum Jahresbeginn 2026 sah es noch um einiges positiver aus: Nur 34,6 Prozent der Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmer hatten zu diesem Zeitpunkt Probleme, einen Kredit zu bekommen, und bewerteten die Kreditvergabe der Banken als streng. Über das Jahr hinweg hat sich das allerdings geändert. Im zweiten Quartal stiegen die Werte auf 44,8 Prozent und im dritten Quartal erreichten sie sogar 54,4 Prozent. Ganz im Gegensatz dazu sank der Anteil derjenigen, die die Kreditvergabe als restriktiv bewerten, in der Gesamtwirtschaft von 40,1 auf 32,8 Prozent.

Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmer setzen immer weniger auf Kreditverhandlungen

Die Zahlen stammen aus der neuesten Auswertung des Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex. Im September 2026 befragten die Münchner Wirtschaftsforscher Selbstständige und Unternehmer mit weniger als neun Mitarbeitern auch zum Thema Kreditzugang. Dabei zeigte sich, dass vor allem die befragten Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmer immer weniger auf Verhandlungen mit Banken setzen. Nur noch 7,8 Prozent von ihnen verhandeln überhaupt über einen Kredit. Das ist dem Index zufolge der niedrigste Wert, seit es den Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex gibt – also seit 2021.

Im Vorquartal lag der Anteil derjenigen, die angaben, über Kredite zu verhandeln, noch bei 9,3 Prozent. In der Gesamtwirtschaft stieg er dagegen von 23,6 Prozent im zweiten auf 24,8 Prozent im dritten Quartal.

Auch bei der Geschäftslage und den Erwartungen, die zusammen den Geschäftsklimaindex bilden, bleiben die Selbstständigen hinter der Gesamtwirtschaft zurück. Denn obwohl der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen im September erneut leicht angestiegen ist – von minus 19,7 auf minus 18,8 Punkte – liegt er weiter deutlich im negativen Bereich. In der Gesamtwirtschaft verbesserte sich das Klima deutlicher, von minus 6,0 auf minus 3,4 Punkte. "Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Erholungskurs fort", sagt Katrin Demmelhuber vom ifo Institut. "Allerdings kommt der erwartete wirtschaftliche Aufschwung bei den Selbständigen bislang nur langsam an."

Die Geschäftsentwicklung vorherzusagen bereitet Probleme

Im Detail zeigt sich, dass die Selbstständigen ihre aktuelle Lage etwas besser bewerteten als im August. Die Geschäftslage kam im September auf einen Wert von minus 16,6 Punkten, nach minus 17,0 Punkten im August. Außerdem blickten die Selbstständigen weniger pessimistisch auf die kommenden Monate. Hier zeigte sich ein Wert von minus 21,0 Punkten im September 2026, nach minus 22,3 Punkten im August. Anders als zuletzt fiel es ihnen aber wieder schwerer, die weitere Geschäftsentwicklung vorherzusagen: 78,5 Prozent bezeichneten dies nach Angaben der Wirtschaftsforscher als schwer oder eher schwer, nach 78,0 Prozent im August. jtw

Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im September 2026
Das Geschäftsklima der Selbstständigen hat sich zum fünften Mal in Folge leicht verbessert, bleibt mit minus 18,8 Punkten aber deutlich negativ. Laut ifo kommt der Aufschwung bei den Selbstständigen bislang nur langsam an. Die Gesamtwirtschaft erholt sich schneller (minus 3,4 Punkte), der Abstand wächst.
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