Business-Version des Messengers WhatsApp: So können Betriebe einen Benutzernamen nutzen

Seit Juli 2026 kann jeder WhatsApp-Nutzer einen Benutzernamen reservieren. Das gilt auch für Betriebe, die die Business-Version des Messengers nutzen. Mit der neuen Funktion kann man gezielt entscheiden, wer die eigene Telefonnummer sehen kann. Firmen können namentlich gegenüber den Kunden auftreten. Vor- und Nachteile im Überblick.

WhatsApp führt die Option der Benutzernamen ein.
WhatsApp führt die Option der Benutzernamen ein. - © bongkarn - stock.adobe.com

Ob im Gruppenchat oder beim Erstkontakt zu einem anderen WhatsApp-Nutzer – nicht immer möchte man mit der eigenen Telefonnummer sichtbar sein. Der Messengerdienst des Mutterkonzerns Meta führt derzeit die neue Funktion der Benutzernamen ein. Bislang können sie aber nur reserviert werden. Schrittweise wird das Unternehmen die Namen im Laufe des Jahres freischalten. Nach Angaben von WhatsApp bekommen die Nutzer eine Info über den Messenger, wenn es so weit ist.

Der Reservierungsprozess soll verhindern, dass es Überschneidungen bei den Benutzernamen gibt. Zwar kann jeder diesen frei wählen, dennoch werden die Namen exklusiv vergeben. Nutzbar ist ein Benutzername also nur, wenn er einmalig ist. Dabei gilt grundsätzlich: Der Name muss zwischen drei und 35 Zeichen haben. Erlaubt sind Klein- und Großbuchstaben sowie Zahlen. Nur aus Ziffern darf er allerdings nicht bestehen. Vor dem gewählten Namen taucht später das @-Zeichen auf.

Sowohl das Reservieren als auch später das Verwalten, Ändern oder auch Löschen des Benutzernamens ist in den Einstellungen von WhatsApp möglich. Hier sollte in der aktuellen Version – sowohl bei den privaten Konten als auch bei WhatsApp Business – die Option „Benutzernamen“ verfügbar sein.

Benutzernamen bei WhatsApp: Keine geschützten Markennamen verwenden

Nutzen können den Benutzernamen sowohl Privatpersonen als auch Firmen. Der WhatsApp-Experte Rolf Limacher rät Unternehmen sogar dazu, denn so können Kunden sie schneller eindeutig erkennen. Limacher, der Workshops und Dienstleistungen rund um WhatsApp anbietet und Betriebe bei der Aufstellung von WhatsApp-Kommunikationskonzepten betreut, sieht dabei nur einen speziellen Punkt u beachten: "Rechtlich sollte man darauf achten, seinen Unternehmensnamen zu verwenden. Auf keinen Fall einen rechtlich geschützten Markennamen, der nicht dem Unternehmen gehört."

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät  außerdem dazu, zusätzlich zum neuen Namen einen Benutzernamenschlüssel festzulegen. Auch das erfolgt in den Einstellungen des Messengers. Der Benutzernamenschlüssel dient als zusätzliche Schutzfunktion vor ungewollten Kontakten. Wer Kontakt aufnehmen möchte, muss dafür den vom Nutzer festgelegten PIN-Code kennen. Denn die Kontrolle darüber, wer die eigene Telefonnummer sehen, speichern und nutzen kann, ist das Hauptaugenmerk der neuen Funktion.

Betriebe mit WhatsApp-Benutzernamen: Plattformübergreifende Profilbildung möglich

Die Verbraucherzentrale, deren Fokus auf privaten Konten liegt, sieht es deshalb auch als Nachteil an, dass die Sichtbarkeit der Telefonnummer gegenüber WhatsApp selbst bleibt. Die Angabe der Nummer ist weiterhin die Voraussetzung für ein WhatsApp-Konto. "Durch den Benutzernamen werden Sie gegenüber WhatsApp und dem US-Betreiber-Konzern Meta nicht anonym", teilen die Verbraucherschützer mit. Damit sammelt Meta auch weiterhin Daten über die Nutzer. Reduzieren lässt sich das, indem man als Benutzernamen ein Pseudonym nutzt und nicht den echten Vor- und Nachnamen.

Betriebe wiederum, die mit dem eigenen Firmennamen ohnehin öffentlich auftreten, können den Firmennamen gezielt bei WhatsApp verwenden und mit ihren Profilen auf anderen Meta-Kanälen wie Instagram oder Facebook verknüpfen. So lässt sich mit dem Benutzernamen eine plattformübergreifende Profilbildung erreichen. Weitere Tipps rund um Benutzernamen – bei WhatsApp wie bei WhatsApp Business – gibt der Dienst in seinem eigenen Firmen-Blog.