Klimaanlage im Sommer Die 8-Grad-Regel: So fahren Handwerker sicher durch den Sommer

Ein geparktes Auto erreicht im Sommer über 70 Grad – zu heiß für Konzentration, Gesundheit und das Werkzeug im Fahrzeug. Lithium-Ionen-Akkus nehmen bereits ab 45 Grad Schaden, zu kalte Klimaanlagen riskieren Herzkreislaufprobleme, falsch ausgerichtete Düsen verursachen Verspannungen. TÜV SÜD erklärt die wichtigsten Regeln.

Das Display zeigt "LO" – die niedrigste Kühlstufe. TÜV SÜD warnt: Wer die Klimaanlage zu kalt einstellt, riskiert beim Aussteigen Herzkreislaufprobleme. - © Youril - stock.adobe.com

Hitze im Auto mindert die Konzentration und erhöht die Unfallgefahr. "Mit steigenden Temperaturen sinkt die Konzentrationsfähigkeit und die Ermüdung nimmt zu. Fahrfehler häufen sich, was die Unfallgefahr deutlich erhöht", sagt Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD. Der richtige Einsatz der Klimaanlage kann diesen Gefahren vorbeugen – wenn man ein paar Grundregeln beachtet.

Nicht zu kalt einstellen

Die Klimaanlage soll für ein angenehmes Klima sorgen, nicht für arktische Kälte, betont Mainz. Als Faustregel gilt: Die Innentemperatur sollte höchstens acht Grad unter der Außentemperatur liegen. Bei 30 Grad draußen sind 22 Grad im Innenraum ideal. Wer es deutlich kälter einstellt, riskiert beim Aussteigen Herzkreislaufprobleme.

Auch die Ausrichtung der Luftdüsen ist wichtig. "Die Kaltluft aus dem Gebläse sollte niemals direkt auf den Körper oder ins Gesicht gerichtet werden", warnt Mainz. Falsch eingestellte Düsen verursachen oft Bindehautentzündungen und Verspannungen. Ihre Empfehlung: Düsen am besten gegen den Dachhimmel richten.

So kühlt der Innenraum schnell ab

Wer nach einer Pause in ein aufgeheiztes Auto steigt, sollte in drei Schritten vorgehen, empfiehlt TÜV SÜD:

  1. Durchlüften: Vor der Abfahrt alle Türen und Fenster ein bis zwei Minuten öffnen.
  2. Umluft nutzen: Beim Start kurz das Umluftgebläse einschalten, um die bereits kühlere Innenluft umzuwälzen.
  3. Klimaanlage zuschalten: Erst nach kurzem Fahren mit offenen Fenstern die Anlage einschalten.

Auf kurzen Strecken lohnt es sich oft, die Klimaanlage ganz auszulassen und stattdessen mit offenen Fenstern zu fahren. Wer dabei über den Mehrverbrauch der Klimaanlage nachdenkt, sollte wissen: Offene Fenster verschlechtern den Luftwiderstandswert des Fahrzeugs und erhöhen damit ebenfalls den Spritverbrauch, so Mainz.

Richtig parken schützt den Innenraum

Direktes Sonnenlicht heizt den Fahrzeuginnenraum auf über 70 Grad auf. Mainz empfiehlt, nach Möglichkeit einen dauerhaft schattigen Parkplatz zu wählen. Sonnenschutzelemente für Front-, Seiten- und Heckscheiben bieten zusätzlichen Schutz.

Pausen einplanen, trinken, leicht essen

Besonders bei langen Fahrten – etwa zu weit entfernten Kunden oder auf Baustellen – sollten Autofahrer regelmäßig Pausen einlegen und das Auto dabei gut durchlüften. Außerdem rät Mainz, ausreichend zu trinken und auf leichte, gesunde Kost zu achten.

Werkzeug und Elektronik nicht im heißen Auto lassen

Wer Smartphones, Laptops oder Werkzeug mit Lithium-Ionen-Akku im Fahrzeug zurücklässt, riskiert teure Schäden. Bereits ab 45 Grad Celsius altern diese Akkus schneller. Ab etwa 60 Grad können irreversible Schäden entstehen – Temperaturen, die ein geparktes Auto im Sommer schnell erreicht. fre