Humanitärer Einsatz Bestatter aus Deutschland helfen nach Erdbeben in Venezuela

Vier Bestattermeister sind nach einwöchigem Einsatz rund um Caracas zurückgekehrt. Gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk unterstützten sie die Bergung, Identifizierung und Versorgung der Verstorbenen. Wer hinter dem ehrenamtlichen Deathcare-Team steht – und warum sein Einsatz international Anerkennung findet.

Notfallteam der Bestatter in Venezuela
In Venezuela hilft das Notfallteam der Bestatter bei der Bergung der Erdbebenopfer. - © BDB

Nach einwöchigem Hilfseinsatz im Erdbebengebiet von Venezuela ist das Notfallteam des Bundesverbandes Deutscher Bestatter (BDB) am Freitagmorgen (3. Juli) wieder zurückgekehrt. Die ehrenamtlichen Helfer des Vereins Deathcare haben in der Region um die Hauptstadt Caracas die Rettungskräfte bei der Bergung, Identifizierung und fachgerechten Versorgung der Verstorbenen unterstützt.

Einsatzleiter Markus Maichle vom Deathcare Embalmingteam Germany beschreibt die Lage im Katastrophengebiet als dramatisch. "Unsere Hilfe kann zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Dennoch ist sie wichtig, wie uns die große Dankbarkeit der Betroffenen vor Ort zeigt", sagte der Bestattermeister aus Geislingen an der Steige nach der Rückkehr.

An der Seite des Technischen Hilfswerks

Begleitet wurde Maichle von seinen Kollegen René Strawinski aus Havelberg, Kay Seemann aus Hamburg und Volker Winkels aus Wassenberg. Alle vier sind Bestattermeister mit Qualifikation zum Thanatopraktiker. Sie waren auf Bitten der Bundesregierung zusammen mit Kräften vom Technischen Hilfswerk am 26. Juni nach Südamerika gestartet. Den Transport übernahmen Flugzeuge der Bundeswehr. Im Gepäck: 500 Bodybags und Desinfektionsmittel.

"Die venezuelanische Präsidentin und der deutsche Botschafter haben uns begrüßt und sich für unseren Einsatz bedankt. Das zeigt die große Wertschätzung, die unsere ehrenamtliche Arbeit international genießt", sagt Maichle.

Hilfseinsätze nach Erdbeben, Tsunami und Flugzeugabsturz

Das Deathcare Embalmingteam Germany besteht aktuell aus 72 aktiven ehrenamtlichen Helfern und 77 Fördermitgliedern. Humanitäre Auslandseinsätze absolvierten die Bestatter und Mediziner bereits nach Erdbeben in der Türkei (1999 und 2023), nach dem Tsunami 2004 in Thailand oder dem Flugzeugabsturz 2015 in Südfrankreich.