Auf dem Bau kommt es jedes Jahr zu rund 7.000 Unfällen mit Leitern – oftmals durch einen Absturz. Dabei sollten Leitern eigentlich nur in Ausnahmefällen genutzt werden. Wie dies möglichst sicher gelingt und was Arbeitgeber beachten müssen, wenn sie Leitern einsetzen, zeigt die BG Bau.

Kaum eine Baustelle kommt ohne Leiter aus – dabei gibt es mittlerweile zahlreiche Alternativen: Gerüste, Bautreppen, Teleskoplösungen oder Drohnen können in einigen Fällen Leitern ersetzen. Mit jedem Einsatz einer Leiter steigt das Unfallrisiko. Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) registriert jedes Jahr rund 7.000 Leiterunfälle. Bei etwa der Hälfte davon kommt es zu einem Absturz.
Arbeitsmittel Leiter: 5-Punkte-Programm bietet Praxishilfe
Leitern gelten als Arbeitsmittel ohne Absturzsicherung und dürfen den Regeln des Arbeitsschutzes zufolge nur dann eingesetzt werden, wenn es keine Lösung gibt, die sicherer ist. Vor allem tragbare Leitern und solche, die nur angelehnt zum Einsatz kommen, sollten eine Ausnahme bleiben. Das müssen Arbeitgeber auch beachten, wenn sie vor Beginn der Arbeiten eine Gefährdungsbeurteilung durchführen.
Um die Gefahren zu reduzieren, die Leitern mit sich bringen können, hat die BG Bau ein 5-Punkte-Programm zusammengestellt, das den Verantwortlichen in den Betrieben eine praxisnahe Orientierung für den Arbeitsalltag bieten soll. Es besagt:
- Alternativen zur Leiter prüfen: Gibt es Arbeitsmittel mit geringerer Gefährdung? Wenn es kein sichereres Arbeitsmittel gibt, dann gilt:
- Geeignete Leiter: Auswahl der Leiter entsprechend der Tätigkeit und der benutzenden Person.
- Um die Sicherheit zu erhöhen, passendes und aufeinander abgestimmtes Leiterzubehör verwenden.
- Beschäftigte unterweisen: regelmäßig, mindestens einmal im Jahr.
- Leitern prüfen: Vor jedem Einsatz kontrollieren, ob die Leiter in einwandfreiem Zustand ist. Mindestens einmal im Jahr ist eine Prüfung erforderlich.
Bei der Auswahl der Leiter ist den Sicherheitsexpertinnen und Sicherheitsexperten der BG zufolge außerdem der Grundsatz wichtig: Stufe statt Sprosse. Denn Stufen- oder Plattformleitern bieten einen sichereren und ergonomischeren Stand als schmale Sprossen.
BG Bau fördert Investitionen in Absturzsicherung
Aktuell läuft die "Aktionswoche Gerüste und Leitern" der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA). In diesem Rahmen macht die BG Bau auf die Risiken aufmerksam und zeigt, wie Leitern sicher eingesetzt werden können. Sie hat dazu verschiedene Infoseiten veröffentlicht, die unter anderem in Form von Checklisten und Grafiken zeigen, wie das Unfallrisiko beim Einsatz von Leitern gesenkt werden kann. Denn schon Abstürze aus ein bis zwei Metern Höhe können schwere Verletzungen verursachen.
Im Rahmen der Förderung über Arbeitsschutzprämien setzt die BG Bau zudem einen besonderen Schwerpunkt beim Thema Absturzprävention. Sie unterstützt jeden Betrieb, der Maßnahmen zur Absturzsicherung ergreift und einen Antrag stellt, mit einer beitragsunabhängigen Förderung von 50 Prozent der Kosten für Maßnahmen, Ausrüstung oder Material. jtw
>> Mehr zu den Arbeitsschutzprämien lesen Sie hier.
>> Infos der BG Bau zu Leitern, Unfallgefahren und Arbeitssicherheitsmaßnahmen gibt es hier.
Diese Vorschriften regeln die Verwendung von Leitern:
- Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln (Betriebssicherheitsverordnung)
- Technische Regel für Betriebssicherheit "Gefährdung von Beschäftigten durch Absturz" (TRBS 2121, Teil 2)
- Technische Regel für Betriebssicherheit "Zur Prüfung befähigte Personen" (TRBS 1203)
- DGUV Vorschrift 38 "Bauarbeiten"
- DGUV Regel 101-038 "Bauarbeiten"