Rund 60 Geigen, Bratschen und Celli haben Unbekannte aus einer Geigenbauwerkstatt in Flensburg gestohlen. Der Schaden liegt bei etwa 100.000 Euro. Es ist nicht der einzige Fall in der Branche – auch andere Instrumentenbauer wurden zuletzt Ziel von Einbrechern.

Als Antonio Menzel am Montagmorgen seine Geigenbauwerkstatt am Nikolaikirchhof in Flensburg betritt, liegen einige Dinge nicht dort, wo sie liegen sollten. Kurz darauf entdeckt der Inhaber ein aufgehebeltes Fenster – und stellt fest, dass ein Großteil seiner Instrumente fehlt. Rund 60 Geigen, Bratschen und Celli haben Unbekannte mitgenommen. Den Schaden schätzt die Polizei Flensburg auf etwa 100.000 Euro.
Über das Seitenfenster in die Werkstatt
Die Täter drangen nach Angaben der Polizei zwischen Sonntag, 12 Uhr, und Montagfrüh, 7:30 Uhr, in das Gebäude ein. Sie kamen vermutlich über einen Seiteneingang auf das Grundstück und hebelten dort ein Fenster auf. In den Räumen durchsuchten sie die Werkstatt und nahmen die Instrumente mit. Wegen der Menge geht die Polizei davon aus, dass die Diebe ein Fahrzeug für den Abtransport nutzten.
Nicht der erste Fall in der Branche
Inhaber Menzel berichtet im NDR, dass zuletzt bei drei weiteren Geigenbau-Kollegen in Deutschland eingebrochen worden sei. Erst vor einem Monat gab es in Borstorf bei Ratzeburg einen ähnlichen Fall. Im oberbayerischen Geretsried machten Diebe vor rund einem Jahr ebenfalls Beute im sechsstelligen Bereich: Aus dem Ausstellungsraum des Instrumentenherstellers Buffet Crampon stahlen sie 37 Trompeten. Den Wert der Instrumente gab das Unternehmen damals mit rund 140.000 Euro an.
Polizei sucht Zeugen
Die Ermittlungen führt das Kommissariat 7 der Bezirkskriminalinspektion Flensburg. Wer im Tatzeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich Nikolaikirchhof beobachtet hat oder Hinweise zum Verbleib der Instrumente geben kann, wird gebeten, sich unter Telefon 0461/484-0 oder per E-Mail an k7.flensburg.bki@polizei.landsh.de zu melden. fre