Sommer der Berufsausbildung Bildungsministerin Prien: Duale Ausbildung hat große Zukunftschancen

132.576 neue Ausbildungsverträge zählte das Handwerk 2024, ein Plus von einem Prozent. Doch tausende Stellen blieben leer, während Millionen junge Erwachsene ohne Berufsabschluss sind. Wie ZDH, Politik und Partnerverbände Bewerber und Betriebe besser zusammenbringen wollen und die Vorteile des Handwerks besser kommunizieren.

Bundesbildungsministerin Karin Prien und Handwerkspräsident Jörg Dittrich starteten den “Sommer der Berufsausbildung”. - © ZDH/Agentur Bildschön/Peter Lorenz

Die duale Ausbildung bietet jungen Menschen eine Perspektive. Darin sind sich Bundesbildungsministerin Karin Prien und Handwerkspräsident Jörg Dittrich einig. "Die duale Ausbildung hat große Zukunftschancen – auch heute", sagte die CDU-Politikerin zum Start des Sommers der Berufsausbildung im Haus des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die Künstliche Intelligenz, die den einen oder anderen akademischen Beruf ersetzen könne. "Das Handwerk wird Gewinner der Entwicklung sein", zeigte sich auch Handwerkspräsident Jörg Dittrich überzeugt.

Merz ruft per Videobotschaft zur Ausbildung auf

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wandte sich in einer Videobotschaft direkt an die Schulabgänger: "Alle, die noch unentschlossen sind, möchte ich nachdrücklich ermuntern, entscheiden Sie sich für eine berufliche Ausbildung", sagte er. Er rief alle auf, direkt auf die Ausbildungsbetriebe zuzugehen. Denn darum geht es: Bewerber und Betriebe müssen besser zueinander finden.

Viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt

Denn auch 2025 bekamen nicht alle Schulabgänger einen Ausbildungsplatz und nicht alle Unternehmen die passenden Auszubildenden. Insgesamt verzeichnete das Handwerk im vergangenen Jahr zwar 132.576 neue Ausbildungsverträge, ein Plus von einem Prozent. Allerdings blieben rund 16.000 Ausbildungsstellen unbesetzt, wie ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sagte.

Zahlreiche Veranstaltungen zur Beruflichen Bildung geplant

Damit das "Matching" besser funktioniert, wollen die Partnerorganisationen der Allianz für Aus- und Weiterbildung von Juni bis September 2026 in zahlreichen Veranstaltungen auf Bundes-, Landes- und regionaler Ebene Jugendliche, Eltern und Lehrer über die vielfältigen Facetten der Berufsbildung und deren Perspektiven informieren. Mit der Veranstaltung in Berlin startete gleichzeitig die neue Arbeitsperiode der Allianz für Aus- und Weiterbildung für den Zeitraum 2026 bis 2029.

Dittrich: Starken und schwachen Schülern Chancen geben

Wie Handwerkspräsident Dittrich weiter sagte, braucht das Handwerk mehr denn je motivierte und gut vorbereitete Auszubildende. Die Allianz setze genau an diesen Stellen an: bei Grundkompetenzen, Sprachförderung und einer stärkeren Berufsorientierung an Gymnasien. "Für das Handwerk ist entscheidend, dass junge Menschen frühzeitig Einblicke in die Praxis erhalten und die Chancen einer Ausbildung erkenne", sagte er. Nur so könne der Fachkräftenachwuchs gesichert werden. Die Herausforderung bestehe darin, sowohl starke Schüler mit Abitur anzusprechen als auch schwachen Schülern eine Chance zu geben.

Noch immer viele junge Erwachsene ohne Berufsabschluss

Prien verwies auf die knapp 2,7 Millionen jungen Menschen im Alter zwischen 20 und 34, die auch 2025 ohne Berufsabschluss waren. Dies könne sich eine alternde Gesellschaft nicht leisten. Gleichzeitig ging es bei der Veranstaltung um die Frage, wie die Exzellenz in der beruflichen Bildung sichtbar gemacht werden könne und wie Karrierewege bis zum Meister und Betriebsinhaber aufgezeigt werden können. Auch müsse man über Verdienstmöglichkeiten von Meistern sprechen, betonte Schwannecke.

Mit EuroSkills berufliche Exzellenz sichtbar machen

Ein Weg berufliche Exzellenz darzustellen, ist für Schwannecke auch die im kommenden Jahr stattfindende Europameisterschaft der Berufe "EuroSkills 2027" in Düsseldorf. Wie groß der Motivationsschub einer Teilnahme sein kann, beschrieb Kfz-Mechatroniker Johannes Renner: Er holte bei den EuroSkills 2025 in Dänemark eine Silbermedaille und sitzt heute in einem Meisterkurs; um, wie er sagt, vielleicht selbst einmal einen Betrieb zu führen.