Rechenspiele und Wartestellung Wie ein offenes Gesetz den Wärmepumpen-Markt ausbremst

Der Bundesverband Wärmepumpe rechnet für 2026 mit rund zehn Prozent Wachstum beim Wärmepumpen-Absatz. Doch je nach politischer Weichenstellung wären auch 35 Prozent Plus möglich – oder 40 Prozent Einbruch. Solange das Gebäudemodernisierungsgesetz fehlt, können SHK-Betriebe weder planen noch Kundenfragen beantworten. Welche drei Forderungen die Branche an die Politik stellt.

Wärmepumpe installiert, Kunde zufrieden – doch SHK-Betriebe berichten, dass offene Fragen zum Gebäudemodernisierungsgesetz Beratungsgespräche und Aufträge ausbremsen. - © StockMediaSeller - stock.adobe.com

Angesichts der anhaltenden Unsicherheit auf dem Heizungsmarkt erwartet der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) für 2026 geringere Wachstumsraten beim Absatz. "Wir rechnen mit einem leichten Wachstum so um die zehn Prozent", sagte BWP-Geschäftsführer Martin Sabel zur aktuellen Branchenstudie. Das wären rund 332.500 Wärmepumpen. In den ersten beiden Monaten 2026 konnten insgesamt 47.000 Geräte abgesetzt werden. Dabei basiert dieses Szenario auf den Eckpunkten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) und der angekündigten Fortführung der bisherigen Heizungsförderung. Die Gesetzesvorlage erwartet die Branche mit Spannung.

Handwerk fordert endlich mehr Klarheit

Trotz der Eckpunkte bleiben für die Endkunden nach den Worten Sabels immer noch viele Fragen offen. Dies bestätigte auch Norbert Ruths, Geschäftsführer der ESR-BOLENDER Haustechnik GmbH und BWP-Vorstandsmitglied. "Von unseren Kunden kommen viele Fragen, die wir noch gar nicht beantworten können", sagte er. Dies ändere sich erst, wenn man genau wisse, was mit dem GMG kommt. "Wir sind sozusagen in Wartestellung", fügte er hinzu. Es brauche endlich mehr Klarheit.

Wärmepumpe reduziert Abhängigkeit von fossilen Energien

Doch eines ist für Ruths schon jetzt offensichtlich: "Der Krieg im Nahen Osten macht deutlich, wie dringend sich Deutschland von seinen fossilen Importabhängigkeiten lösen muss." Für viele sei die Wärmepumpe die erste Antwort darauf. Sein Unternehmen installiere seit Jahren Wärmepumpen. Die Technik funktioniere auch im Altbau und nicht nur bei Ein- und Zweifamilienhäusern, sagte er.

BWP: Potenzial für Wärmepumpen nicht ausgeschöpft

Das Potenzial für Wärmepumpen könnte nach Einschätzung des BWP noch besser ausgeschöpft werden, würden Stromsteuer und Netzentgelte gesenkt und der EU-CO2-Emissionshandel konsequent eingeführt. Wichtig wären auch klarere Aussagen zur geplanten Biotreppe im GMG. Würde dies alles beherzigt, könnte in einem zweiten vom Verband gerechneten Szenario der Absatz von Wärmepumpen 2026 bei 403.500 Geräten liegen. Dies wäre ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Branche fordert Kontinuität in der Förderung

Sollte die bestehende Heizungsförderung entgegen den bisherigen Ankündigungen deutlich gekürzt werden, könnte dies nach den Worten Sabels zu einem deutlichen Absatzeinbruch von rund 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr führen. Angesichts der hohen Investitionen der Hersteller und des Handwerks möge man sich dieses Szenario erst gar nicht vorstellen. Seine Forderung lautet vielmehr: "Wir brauchen mehr Klarheit im neuen Ordnungsrecht, Kontinuität in der Förderung und Entlastung beim Strompreis", betonte er.