Ifo-Preisindikator Steigende Energiepreise zwingen Betriebe zu Preiserhöhungen

Die Folgen des Iran-Kriegs treffen deutsche Betriebe mit voller Wucht: Öl, Gas und Strom verteuern sich rasant, die Straße von Hormus ist de facto gesperrt. Laut Ifo-Institut geben immer mehr Unternehmen die steigenden Kosten an ihre Kunden weiter – vor allem im Bau und in der Industrie.

So viele Unternehmen wie seit März 2023 nicht mehr planen laut Ifo-Institut Preiserhöhungen. Der Grund: explodierende Energiekosten durch den Iran-Krieg. Warum der Preisdruck diesmal Industrie, Bau und Dienstleister gleichzeitig trifft – und was das für Handwerksbetriebe bedeutet. - © J-L Flémal - BE - stock.adobe.com

Wegen der Folgen des Iran-Kriegs wollen deutlich mehr Unternehmen in Deutschland nach Angaben des Ifo-Instituts ihre Preise erhöhen. Der entsprechende Indikator kletterte um fünf Punkte auf den höchsten Wert seit März 2023, wie das Ifo-Institut in München mitteilte. "Der Preisdruck in Deutschland nimmt wieder spürbar zu", sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe. "Die hohen Energiepreise dürften die Inflation in den kommenden Monaten erhöhen."

Seit Wochen greifen die USA und Israel den Iran an, die Führung in Teheran attackiert ihrerseits die Energieinfrastruktur in den Golfstaaten, in denen US-Soldaten stationiert sind. Zudem ist die Straße von Hormus de facto gesperrt, durch die ein großer Teil der weltweiten Rohstofftransporte geschifft wird. Daher steigen die Preise für Rohöl, Treibstoff, Gas und Strom.

Preise schlagen sich auf Dienstleistungen durch

"Die Unternehmen geben steigende Kosten zunehmend weiter", sagte Wohlrabe. "Über höhere Produktions- und Transportkosten werden die Energiepreise auch auf Waren und Dienstleistungen durchschlagen."

Besonders stark steigen die Preiserwartungen laut Ifo in der Industrie sowie im Baugewerbe. Auch die konsumnahen Dienstleister, also zum Beispiel Gastronomie, Einzelhandel oder Gesundheit, erhöhten ihre Preiserwartungen kräftig. "Die Ergebnisse zeigen, dass der Preisdruck über viele Branchen hinweg wieder zunimmt", betonte das Ifo-Institut. dpa