Zehn Prozent weniger Dachanlagen, aber 28 Prozent mehr Wärmepumpen: Die ZVEH-Konjunkturumfrage für 2025 zeigt eine Branche im Umbruch. Der Verband warnt vor einem schleichenden Kompetenzverlust, weil sich immer mehr Betriebe aus dem Solargeschäft zurückziehen. Eins von mehreren Themen, das er der Bundesregierung anlastet.

Das Elektrohandwerk sieht wegen des Energiewende-Kurses der Bundesregierung eine deutliche Verlangsamung beim Ausbau von Photovoltaik und Batteriespeichern. "Das sollte uns zu denken geben, denn die Energiewende hat – das zeigen die e-handwerklichen Installationszahlen für 2025 nun Schwarz auf Weiß – dramatisch an Tempo verloren", sagte Alexander Neuhäuser, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Der von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) geplante Stopp der Einspeisevergütung für kleine PV-Anlagen trage dazu bei. Damit würden Marktfelder der Zukunft beschädigt, warnte der Verband.
Weniger Solaranlagen auf Dächern und Fassaden installiert
Rund 1600 Betriebe nahmen an der Konjunkturumfrage teil. Wie der ZVEH mitteilt, ist die Zahl der von den e-handwerklichen Betrieben installierten PV-Anlagen 2025 auf 355.000 (Vorjahr: 395.000) zurückgegangen. Besonders betroffen ist die Gebäude-Photovoltaik, also Anlagen auf Dächern und Fassaden: Hier ging die Zahl von 360.000 auf 325.000 Einheiten zurück, ein Minus von rund zehn Prozent. Trotz des Rückgangs waren die E-Handwerke laut Verband an etwa 72 Prozent der insgesamt 450.000 in Deutschland installierten Dachanlagen beteiligt.
Verband warnt: Betriebe ziehen sich aus PV-Bereich zurück
Rückläufig waren auch die Installationszahlen bei den meist in Kombination mit PV-Anlagen betriebenen Batteriespeichern. Hier wurde 2025 ein Rückgang auf 235.000 (260.000) verzeichnet.
Besonders alarmierend aus Sicht des ZVEH: Die Firmen ziehen aus der negativen Entwicklung sichtbar ihre Konsequenzen und verlassen das Geschäftsfeld. 2025 waren 52,1 Prozent der Betriebe in diesem Bereich tätig (2024: 57,1 Prozent). "Das zeigt ganz klar: Betriebe ziehen sich aus diesen Zukunftsbereichen zurück", warnte Neuhäuser. Dies sei problematisch, denn bei einem erneuten Hochlauf fehle es dann an Kompetenz und Manpower.
Positive Entwicklung bei Wärmepumpen
Zulegen konnten die e-handwerklichen Betriebe dagegen bei der Installation der Wärmepumpen. Hier stieg die Zahl von 160.000 auf 205.000 Geräten, an deren Einbau die Betriebe beteiligt gewesen seien. Trotz der unglücklichen Kommunikation rund um das "Heizungsgesetz" sei die Akzeptanz für diese klimaneutrale Wärmetechnologie bei den Verbrauchern weitergewachsen, sagte Neuhäuser. Mittlerweile seien 48,0 (44,4) der Betriebe in diesem Geschäftsfeld tätig.
Weniger Ladesäulen für E-Autos eingebaut
Im Gegensatz dazu installierten die e-handwerklichen Betriebe 2025 weniger Ladestationen für E-Autos als ein Jahr zuvor. Insgesamt ging die Zahl auf 360.000 (377.000) zurück. Einen Zuwachs habe es nur bei den Ultra-Schnellladestationen gegeben. Als möglichen Grund sieht der Verband die Diskussion um den Rückzug vom Verbrenner-Aus und eine erneute E-Auto-Förderung ab 2026, die zu einer Investitionszurückhaltung geführt hätte.
Verband sieht sich in seinen Warnhinweisen bestätigt
Der Verband kritisiert den "Zick-Zack-Kurs" der Bundesregierung. Bereits Anfang 2026 hatten ZVEH und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) darauf hingewiesen, dass der jährliche PV-Zubau zur Erreichung des gesetzlich verankerten Ausbauziels sowohl 2024 als auch 2025 unterschritten wurde. In einem offenen Brief hatte der ZVEH zudem gewarnt, dass ein Nachlassen in den Energiewende-Bemühungen Lasten in die Zukunft verschiebt und dass fehlende Investitionen in die Zukunft Deutschland wichtige Standortvorteile kosten wird.