Bäckernachwuchs in Taiwan Knappes Finale: Deutsches Bäcker-Duo holt WM-Bronze

Nach monatelanger Vorbereitung liefern sich die deutschen Vertreter ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende landen Lilly Jahn und Jonah Rosentreter bei der Junioren-WM in Taipeh auf dem dritten Platz. Ein "inspirierender Blick in die Zukunft des Handwerks", der mit olympischen Ringen und dem olympischen Feuer veredelt wurde.

WM-Bronze für die Nachwuchsbäcker Lilly Jahn (m.) und Jonah Rosentreter (r.). Marc Mundri, Kapitän der Bäckernationalmannschaft, begleitete das Team als Juror. - © Zentralverband/Jochen Baier

Bronze für Deutschlands Nachwuchsbäcker: Das Team hat bei der 54. UIBC-Junioren-Weltmeisterschaft der Bäcker in Taipeh den dritten Platz erreicht. Lilly Jahn aus Frankfurt (Oder) und Jonah Rosentreter aus Essen überzeugten laut Bäckerverband die Jury mit handwerklichem Geschick, Kreativität und Präzision. Den knappen Sieg sicherte sich das Gastgeberland Taiwan, Frankreich belegte den zweiten Platz.

Das deutsche Duo präsentierte ein vollständig essbares Schaustück aus Brotteig und Brezeln, das die olympischen Ringe und das olympische Feuer darstellte. "Wir haben es geschafft!", schrieb Lilly Jahn nach der Bekanntgabe der Ergebnisse. Bereits vor Wettbewerbsbeginn hatte sie sich in einem Video optimistisch gezeigt: "Alles super vorbereitet. Wir freuen uns."

Roland Ermer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, würdigte die Leistung: " Die beiden überzeugten mit unglaublichem Können, großer Kreativität und echtem Teamgeist. Trotz kurzer Vorbereitungszeit fanden sie schnell zu absoluter Topform und zeigten Leistungen auf höchstem Niveau." Der UIBC-Wettbewerb biete laut Ermer "einen inspirierenden Blick in die Zukunft unseres Handwerks – voller Talent, Leidenschaft und internationaler Freundschaft".

Nachwuchstalente aus Bäckerfamilien überzeugen international

Lilly Jahn bei der Präsentation. - © Bundesakademie Weinheim

Beide Teilnehmer sind in Bäckerfamilien hineingeboren. Die angehende Bäckermeisterin Jahn absolviert seit 2022 ihre überbetriebliche Ausbildung im IGV Bildungszentrum in Nuthetal. Ihre Gesellenprüfung legte sie im Sommer 2025 ab. Ihre besondere Leidenschaft gilt dem Brot.

Rosentreter aus Sonsbeck in Nordrhein-Westfalen legte seine Gesellenprüfung im vergangenen Jahr bei einer Bäckerei in Essen ab. Bei der Deutschen Meisterschaft der Bäckerjugend erreichte er 2025 den zweiten Platz.

Dreitägiger Wettkampf nach monatelanger Vorbereitung

Das deutsche Team bereitete sich unter Leitung von Bundestrainer Felix Rommel mehrere Monate lang auf den Wettkampf vor. Das Training fand teilweise an der Bundesakademie Weinheim statt, unterstützt von Mitgliedern der Bäckernationalmannschaft. Der internationale Wettbewerb in Taiwans Hauptstadt forderte von den Teams höchste Leistungen über drei Tage hinweg. Unter dem Motto "Sport" mussten die Teilnehmer verschiedene Kategorien meistern: traditionelles Danish Pastry, moderne Viennoiserie, ein gesundes Brot, ein traditionelles Brot sowie ein geflochtenes Brot.

Der Wettbewerbsablauf begann mit zwei Stunden Vorbereitungszeit für Sauerteige, Vorteige und Teige, die über Nacht reifen mussten. Am zweiten Tag hatten die Teams sechs intensive Stunden Zeit für die Aufarbeitung, das Backen und die Gestaltung des Schaustücks. Das Finale entwickelte sich zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen mit knappen Vorteilen für die Gastgeber.

Neben den Hauptplätzen vergab die Jury weitere Auszeichnungen: Brasilien erhielt den Sonderpreis "Best Team Spirit", Taiwan gewann zusätzlich die Kategorie "Bestes Schaustück", und Peru wurde mit dem "New Country Award" geehrt. ewö/dpa

Ein beeindruckendes Schaustück. Die olympischen Ringe und das olympische Feuer aus Brotteig und Brezen. - © Zentralverband/Jochen Baier