Geplante Änderungen auf EU-Ebene könnten die Dauerbeköderung in Backstuben stark einschränken. Das Bäckerhandwerk warnt vor Konsequenzen für die Lebensmittelsicherheit und fordert praktikable Lösungen.

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks wehrt sich gegen mögliche Änderungen der Schädlingsbekämpfung in Backstuben. "Wir fordern, dass die Ausnahmeregelung für das Bäckerhandwerk erhalten bleibt, denn Verbraucherschutz braucht praktikable Vorsorge – keine Schwächung bewährter Hygienestandards", sagt Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks mit Blick auf Bestrebungen der EU-Kommission und des Bundesumweltamtes.
Bäckerhandwerk: Fallen sind kein vollwertiger Schutz
Um Backstuben vor Mäusen und Ratten vorbeugend zu schützen, werden heute dauerhaft Köder mit sogenannten Antikoagulanzien eingesetzt. Diese gelten nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks als besonders wirksam. Auch seien diese nach Einschätzung von Fachleuten aus der Lebensmittelkontrolle, Schädlingsbekämpfung und Qualitätssicherung weiterhin nötig. Mechanische Fallen seien kein vollwertiger Ersatz.
Weiter Ausnahmeregelungen für Bäcker gefordert
Das Bäckerhandwerk fordert deshalb, dass auf EU-Ebene die Zulassung der Wirkstoffe für die Permanentbeköderung mit Antikoagulanzien erhalten bleibt und in Deutschland die befallsunabhängige Dauerbeköderung (BUD) als Ausnahmeregelung für den Lebensmittelbereich weiterhin möglich ist, sobald ein Befallsrisiko besteht.
Berg: Betriebe müssen handlungsfähig bleiben
Nach den Worten Bergs hat das Bäckerhandwerk eine besondere Verantwortung für sichere Lebensmittel, aber ohne Prävention würden Betriebe in einen unlösbaren Widerspruch zwischen strengen Hygienepflichten und eingeschränkter Handlungsfähigkeit geraten.