"Politisch verursachte Unsicherheiten" Heizungsindustrie mit Absatzeinbruch

Die deutsche Heizungsindustrie verzeichnet 2025 den niedrigsten Absatz seit 15 Jahren. Während Wärmepumpen stark zulegen, brechen Öl- und Gasheizungen drastisch ein.

Symbol für die Herausforderungen und Umbrüche in der deutschen Heizungsbranche: moderne Heiztechnologien gewinnen, traditionelle Systeme verlieren an Bedeutung. - © standret - stock.adobe.com

Die deutsche Heizungsindustrie hat im vergangenen Jahr so wenig Heizungen verkauft wie seit 15 Jahren nicht mehr. "Verbraucherinnen und Verbraucher handeln rational: Solange die politischen Rahmenbedingungen unklar sind, werden Investitionen in neue Heizungen aufgeschoben", sagt Markus Staudt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH). Insgesamt sei der Absatz 2025 im Vorjahresvergleich um 12 Prozent auf 627.000 Heizungsanlagen geschrumpft.

Plus an Wärmepumpen kann Gesamtmarkt nicht stabilisieren

Dabei ging der Absatz von Ölheizungen um 74 Prozent auf 22.500 Geräte zurück. Bei Gasheizungen wurden mit 276.500 insgesamt 33 Prozent weniger Geräte abgesetzt. Allein bei Gas-Brennwertheizungen ging der Absatz um 36 Prozent auf 229.000 Anlagen zurück. Deutlich zulegen konnte der Verkauf von Wärmepumpen: Hier nahm der Absatz 2025 um 55 Prozent auf 299.000 zu, davon allein 283.000 Luft-Wasser-Wärmepumpen, die um 59 Prozent zulegten. Bei Biomasse-Heizungen konnte ein Plus von 23 Prozent auf 29.000 Anlagen verzeichnet werden. Am häufigsten wurden hier Pelletheizungen verkauft; ihr Absatz erhöhte sich um 38 Prozent auf 17.500.

Verband: Debatte um Heizungsgesetz hat Vertrauen zerstört

Hauptgrund für den deutlichen Einbruch am Heizungsmarkt sind aus Sicht des Verbandes "politisch verursachte Unsicherheiten". Die hitzige öffentliche Debatte um das Gebäudeenergiegesetz 2023 habe Vertrauen zerstört. Auch habe die schwarz-rote Koalition zwar im Koalitionsvertrag beschlossen, das "Heizungsgesetz" abzuschaffen, bisher aber offen gelassen, was künftig gelten solle. Daneben wirke die kommunale Wärmeplanung als Investitionsbremse, solange die Bürger nicht wüssten, welche Wärmeversorgung die Kommune vorsehe.

Staudt: Wir brauchen klaren ordnungspolitischen Rahmen

Für BDH-Hauptgeschäftsführer Staudt ist die Botschaft klar: "Der Produktionsstandort für Heizungsanlagen in Deutschland steht unter Druck", warnt er. Die Politik müsse jetzt schnellstmöglich einen verlässlichen, bedarfsgerechten und investitionsfreundlichen ordnungspolitischen Rahmen schaffen. Dieser müsse von einer stabilen Förderung flankiert werden, um so die Bürger mitzunehmen.