Wärmewende Wärmepumpen: Plus von 55 Prozent – und viel Unsicherheit

Nach dem Einbruch 2024 hat die Branche wieder deutlich zugelegt. Für 2026 hängt viel vom überarbeiteten Gebäudeenergiegesetz ab. Doch das lässt auf sich warten.

299.000 verkaufte Geräte, ein Plus von 55 Prozent: Der Wärmepumpen-Markt hat sich erholt. - © Robert Poorten - stock.adobe.com

Nach einem deutlichen Absatzplus bei Wärmepumpen warnt die Branche vor einem Zurückdrehen der Wärmewende. "Industrie und Handwerk haben sich auf die aktuellen Vorgaben für neue Heizungen ebenso eingestellt wie auf die Förderbedingungen", sagte Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP). Von beidem gehe ein klares Signal für erneuerbare Wärme aus. "Wir befürchten deshalb vor allem, dass ein reformiertes Gesetz zur Investitionsbremse werden könnte, falls plötzlich völlig andere Regeln gelten und wieder Signale zugunsten fossiler Energieträger gesetzt werden." Insgesamt hat die Branche im vergangenen Jahr 299.000 Wärmepumpen abgesetzt – ein Plus von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei entfielen 283.000 auf Luft-Wärme-Wärmepumpen.

Reiche zum Heizungsgesetz: "Die Koalition verhandelt"

Die schwarz-rote Koalition wollte eigentlich bis Ende Januar 2026 ihre Reformpläne zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorstellen. Noch ist es aber nicht so weit. "Die Koalition verhandelt", sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) beim Energie-Gipfel des Handelsblattes. Nach ihrer Einschätzung hat das aktuelle GEG - oft auch Heizungsgesetz genannt - viel Unsicherheit in den Markt gebracht. Jetzt müsse man Verbrauchern, Hauseigentümern und Immobilienunternehmen wieder Sicherheit geben. Dies bedeute zum einen: "Das, was wir technisch und klimapolitisch von ihnen verlangen, muss bezahlbar sein", sagte sie. "Und wir müssen einen ausgewogenen Mix zwischen Anreiz und Ordnungsrecht schaffen."

BWP: Verbraucher vertrauen Technologie immer mehr

Der Bundesverband Wärmepumpe verweist unterdessen darauf, dass mittlerweile knapp die Hälfte aller in Deutschland verkauften Wärmeerzeuger Wärmepumpen sind. "Wir sehen nach zwei Jahren, in denen das Thema Heizen politisch stark polarisiert wurde, dass die Wärmepumpe nun vor allem mit Leistung überzeugt", sagte Sabel.

Die Fortsetzung der Förderung habe ebenfalls eine entscheidende Rolle gespielt. "Verbraucherinnen und Verbraucher haben das aktuelle Förderregime sehr gut angenommen", erklärte er. Nach der aktuellen Förderstatistik seien 2025 mehr als 288.000 Förderzusagen allein für die Wärmepumpe erteilt worden. Dies sei ein Plus von 91 Prozent gegenüber 2024, als die neue Förderung stufenweise ab Februar angelaufen war.

Großteil des Wärmepumpen-Absatzes für Bestandsgebäude

Darüber hinaus betonte Sabel, dass die KfW-Heizungsförderung nur im Bestand gewährt werde. Dorthin gingen mittlerweile 80 Prozent des Absatzes von Wärmepumpen. Das bisweilen geäußerte Vorurteil, dass sich die Technologie nur für bestimmte Gebäude eigne, sieht er dadurch entkräftet. Allerdings könne die Branche ihr "volles Potenzial für Investitionen und Arbeitsplätze in Industrie und Handwerk nur entfalten, wenn die Politik für verlässliche Rahmenbedingungen sorgt", unterstrich er.