Gehirngerecht arbeiten 5 Strategien gegen das Gefühl, nichts geschafft zu haben

Ständige Unterbrechungen, Multitasking, zu wenig Schlaf – wer gegen sein Gehirn arbeitet, verliert Fokus und Zeit. Eine Neurowissenschaftlerin erklärt, wie sich Konzentration gezielt zurückgewinnen lässt und warum geblockte Deep-Work-Zeiten im Team den Unterschied machen.

Fokus statt Ablenkung: Wer seine Arbeit gehirngerecht organisiert, nutzt Energie, Zeit und Konzentration effektiv – für mehr Fortschritt und weniger Frust am Ende des Tages. - © master1305 - stock.adobe.com

"Irgendwie wieder nichts geschafft": Lassen wir uns bei der Arbeit ständig aus der Konzentration reißen, bleibt am Ende des Tages ein ungutes Gefühl. Wer seinen Fokus steigern will, kann davon profitieren, die eigene Arbeit "gehirngerecht" anzupassen.

Das empfiehlt Neurowissenschaftlerin und Autorin Friederike Fabritius in einem Interview mit dem "Harvard Business Manager". "Gehirngerecht" heißt der Expertin zufolge dabei: Mit dem Gehirn arbeiten, nicht gegen es. Im Interview empfiehlt die Neurowissenschaftlerin unter anderem diese Strategien.

Weniger Multitasking, mehr Deep Work

  • Mut zum "Nein"-Sagen: Dabei geht es Fabritius zufolge nicht um Arbeitsverweigerung, sondern darum, Zeitverschwendung konsequent auszuschließen.
  • Schlaf zur Priorität machen: Schlechter Schlaf blockiere kognitive Funktionen. Beschäftigte – insbesondere Führungskräfte – sollten deshalb zum Beispiel darauf achten, dass Abendtermine nicht zulasten von Schlaf gehen.
  • Bewegung in den Arbeitsalltag integrieren: Hilfreich ist es, Aktivität über den Tag zu verteilen. Fabritius schlägt "etwa stündlich fünf Minuten" vor. Chronischer Bewegungsmangel schadet unserem Gehirn.
  • Auf Multitasking verzichten: Versuchen wir mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, machen wir der Expertin zufolge nicht nur mehr Fehler, sondern brauchen im Endeffekt auch länger.
  • Regeln und Zeiten für Fokusarbeit festlegen: Friederike Fabritius hält gemeinsame, geblockte Zeitslots für "Deep Work" im Team für sinnvoll. In dieser Zeit können zum Beispiel Mail-Anwendungen geschlossen bleiben und womöglich sogar die Smartphones aus dem Raum verbannt werden. So kommen alle in den "Flow". dpa